Europaweiter Wettbewerb

Bad Neuenahr-Ahrweiler sucht Ideen für den Kurpark

Der Kurpark von Bad Neuenahr auf einer Ansichtskarte aus den 1950er Jahren. Für die Landesgartenschau 2022 werden Ideen für seine Gestaltung und die künftige Bebauung europaweit ausgeschrieben.

Der Kurpark von Bad Neuenahr auf einer Ansichtskarte aus den 1950er Jahren. Für die Landesgartenschau 2022 werden Ideen für seine Gestaltung und die künftige Bebauung europaweit ausgeschrieben.

KREISSTADT. Europaweit sucht Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Ideen zur Neugestaltung seines Kurparks. Das Areal ist Kernstück der Landesgartenschau 2022. Im Wettbewerb stehen 100.000 Euro als sogenannter Aufwandsausgleich für die Teilnehmer bereit.

Für den Bad Neuenahrer Kurpark will die Kreisstadt die besten Lösungen. Schließlich soll die Anlage Kernstück der Landesgartenschau 2022 werden. Deshalb setzen Stadt und Rat auf einen sogenannten wettbewerblichen Dialog (siehe unten). 100.000 Euro stellt die Stadt per Ratsbeschluss als Aufwandsausgleich bereit, um möglichst die besten Köpfe des Kontinents für den europaweiten Teilhabewettbewerb gewinnen zu können. Dazu gab es eine Neinstimme und eine Enthaltung. Die entsprechenden Vergabeunterlagen werden im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. „Politisch haben wir die Kriterien für den Kurgarten vorgegeben“, sagte Bürgermeister Guido Orthen. Jetzt gelte es, den Wettbewerb zum Erfolg zu bringen: in Architektur, Raumgestaltung und Freiraumplanung.

Für die CDU-Fraktion nannte Christoph Kniel den wettbewerblichen Dialog „das geeignete Instrument, europaweit möglichst viele Ideen und Ansätze für die Neugestaltung der Kurparkliegenschaften zu bekommen“. Dies in einem „zielführenden, fairen fachlichen Dialog mit externen Fachleuten“. Wichtig ist Kniel dabei vor allem, „dass sämtliche Letztentscheidungen der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler trifft“.

Energie- und Klimabilanz soll optimiert werden

Für die Grünen legte Wolfgang Schlagwein Wert drauf, dass in die Vorgabe für den Wettbewerb das Leitmotiv einer klimaneutralen Landesgartenschau eingebaut wird: „Erwartet wird, dass die baulichen Entwicklungen der Kurparkliegenschaften einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Klimabilanz der Stadt leisten.“ Es gehe also um ein innovatives Konzept „zur Optimierung der Energie- und Klimabilanz“. Dem hatten Rat und Verwaltung nichts hinzuzufügen.

Zum wiederholten Mal wies Jürgen Lorenz von der Wählergruppe Jakobs auf den Denkmalschutz hin, vermisste zum wettbewerblichen Dialog Hinweise auf den „Kurpark als Gartendenkmal“ und auf den „Denkmalwert der Gebäude der Kuranlagen“.

Dafür erntete Lorenz, der erst jüngst mit seiner Kandidatur zum Ersten Beigeordneten gescheitert war, deutliche Worte von Bürgermeister Orthen: „Durch Wiederholen wird das nicht richtiger. Sie tun der Stadt keinen Dienst, wenn immer wiederholt wird, was irgendwer mal behauptet hat.“ Es gebe im Kurpark keine unter Schutz stehenden Parkanlagen. „Ein rechtliches Verfahren dafür ist nie durchgeführt worden“, sagte Orthen. Auch bestehe für die Kurparkgebäude bis auf die Konzertmuschel kein Denkmalschutz. „Das ist die rechtliche Wahrheit, alles andere ist Faselei“, so Orthen. „In einem Rechtsstaat haben sich Behörden an das Recht zu halten.“