Die Bindestrich-Stadt wird 50

Bad Neuenahr-Ahrweiler feiert Goldjubiläum

Blick vom Ahrweiler Silberberg: Bad Neuenahr-Ahrweiler bei Nacht.

Blick vom Ahrweiler Silberberg: Bad Neuenahr-Ahrweiler bei Nacht.

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Bad Neuenahr-Ahrweiler feiert 2019 Goldjubiläum: Die Stadt gibt es dann seit 50 Jahren. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten will man es für rund 100.000 Euro ordentlich krachen lassen.

Vom Stadtjubiläum über neue Parkregelungen bis zum Hochwasserschutz erstreckte sich die Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses der Kreisstadt. Über dessen Beschlussempfehlungen hat der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung zu befinden.

Stadtjubiläum: Die Gesamtstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler feiert im kommenden Jahr Goldjubiläum. Seit 50 Jahren gibt es dann den Bindestrich zwischen den Namensgebern der insgesamt 13 Stadtteile. Für die Jubiläumsfeierlichkeiten sind in der Haushaltsplanung 100.000 Euro eingestellt. Wobei es drei große Veranstaltungen geben soll.

Den Auftakt macht am Samstag, 4. Mai, ein Konzert für junge Leute mit der Band „Miljö“ sowie Vorgruppen aus der Stadt in der Landskroner Festhalle. Bläck Fööss, Klüngelköpp, Cat Ballou und Jeckeditz treten am Samstag, 1. Juni, beim großen Bürger-Konzert im Bad Neuenahrer Kurpark auf. Einen Tag später soll dann im Kurpark ein großes Bürgerfest steigen. Dies unter anderem mit einer nostalgischen Kirmes, Hits der vergangenen 50 Jahren von der Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler und einem Großen Zapfenstreich der Ahrweiler Schützengesellschaften.

Parken: 47 neue Parkscheinautomaten hat die Kreisstadt zwischen 2016 und 2018 gekauft und installiert. 2019 sollen 19 weitere folgen. Kostenpunkt: rund 83.000 Euro. Wobei Bürgermeister Guido Orthen eine gute Nachricht für die Fahrer von Elektroautos im Gepäck hatte. Die sollen nämlich von den Parkgebühren befreit werden, um der Elektromobilität Vorschub zu leisten. Orthen: „Die entsprechenden Schilder für die Parkplätze City-Nord, City-Ost und am Ahrtor werden jetzt bestellt.“

Die Mindereinnahmen seien zu verkraften, denn aktuell hätten nur ein Promille aller Autos im Kreis Ahrweiler einen Elektroantrieb. Konkret sind es 107. Der Vorschlag dazu kam bei den Haushaltsberatungen von der SPD-Fraktion mit Verweis auf die Landesgartenschau-Stadt Landau. Fraktionschef Werner Kasel erklärte für die Sozialdemokraten: „Wir wollen damit einen kleinen, aber feinen Akzent im Sinne des Klimaschutzes in unserer Stadt setzen.“

Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes

Hochwasserschutz: Die Kreisstadt hat Konsequenzen aus dem Millionenschaden durch die Starkregenereignisse im Frühsommer 2016 gezogen. Ein Hochwasserschutzkonzept wird erstellt. Dazu haben die Ingenieurbüros Hermann Terporten aus Ahrweiler und Berthold Becker aus Heimersheim bei insgesamt acht Bürgerversammlungen Informationen gesammelt.

Auch wurden Fließrichtungen und Kanalsysteme analysiert sowie Hochwasser-Steckbriefe für die einzelnen Stadtteile erstellt. Entstanden ist ein Maßnahmenkatalog mit rund 200 Vorschlägen. Über diese hat nun die Politik zu entscheiden. „Wir haben zwar nicht alle Zeit der Welt, aber für jedes Detail werden wir uns bei der Beratung die notwendige Zeit lassen“, machte Bürgermeister Orthen klar. Denn schließlich gehe es bei der Realisierung um Millionenbeträge. Beim Hochwasserschutz stimme sich die Kreisstadt eng mit der Gemeinde Grafschaft und der Verbandsgemeinde Altenahr ab. Bei der Beratung setzt die Stadt dann auch auf ihre Ratsmitglieder, denn „die kennen“, so Orthen, „ihre Stadtteile am besten“. Die Ingenieure sorgen indes dafür, dass die Kreisstadt erstmals eine Kanaldatenbank bekommt.

Gebühren: Das wird die Markthändler in der Kreisstadt freuen. Bezahlten sie bei den regelmäßigen Wochenmärkten in Ahrweiler und Bad Neuenahr sowie bei den vierteljährlichen Krammärkten in Ahrweiler bislang 1,60 Euro pro Quadratmeter Marktstand, sollen es ab dem 1. Januar nur noch 1,50 sein. Die Straßenreinigungsgebühren sollen von bislang 2,80 Euro pro Meter und Jahr auf 2,50 Euro abgesenkt werden. Für den Gästebeitrag ist indes eine Erhöhung von 2,50 Euro pro Gast und Tag auf drei Euro vorgesehen. Das ist laut Orthen so mit den Vertretern des Hotelgewerbes abgestimmt.