Ramersbach

Bürgerschaftliches Engagement steht hoch im Kurs

Fritz Langenhorst (vorne rechts) mit der Jury in der Ramersbacher Kirche Sankt Barbara.

RAMERSBACH. Pankratius machte seinem Namen als Eisheiliger gestern Morgen beim Besuch der Jury von "Unser Dorf hat Zukunft" in Ramersbach alle Ehre.

Kalter Eifelregen hatte den mit 450 Metern über dem Meeresspiegel höchsten Teil der Kreisstadt im Griff. Deshalb waren trotz Besuches der Jury auch die Blumenkästen an der alten Schule noch verwaist. "Die Blumen kommen erst nächste Woche", sagte Ortsvorsteher Fritz Langenhorst dem Team um Angelika Petrat. Und: "Wir warten auf die Kalte Sophie, sonst sind die Geranien hie."

Der Dorfplatz und der benachbarte von Fachwerk umgebene Innenhof von Edmund Harz waren die ersten Anlaufstationen. "Bei Festen auf dem Dorfplatz darf der Hof mitgenutzt werden", sagte Langenhorst und lobte, dass dies keine Selbstverständlichkeit sei. Nur wenige Meter weiter machte er die beschirmte Jury auf den neugestalteten Pfarrgarten aufmerksam, wo Bodendecker einer liebevollen Rosenbepflanzung gewichen sind.

Es ist ein Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements ebenso wie die "neue" Orgel in Sankt Barbara. Denn statt einer Elektroorgel erklingt in der 1907 errichteten Jugendstilkirche seit acht Jahren eine gebrauchte "Königin der Instrumente". Rund 28 000 Euro haben die Ramersbacher dafür mit Unterstützung der Ahrweiler Pfarrei Sankt Laurentius aufgebracht. Bei rund 600 Einwohnern im Höhenort kein Pappenstiel.

Investiert hat auch die Kreisstadt. Das Mehrzweckgebäude für das Dorf samt Räumen für die Feuerwehr ist bald fertig, der Kindergarten ist für die Aufnahme von Einjährigen zum Stichtag 1. Juli gerüstet.

Verkauft werden soll hingegen nach Bezug des Mehrzweckgebäudes die bisher als Dorf- und Feuerwehrhaus genutzte alte Schule. Eine Nutzung als Atelier mit integriertem Café, wie es Interessenten vorschwebt, könnte sich Langenhorst mit seinem Vize, Werner Kasel, gut vorstellen. Aber: "Abwarten, was kommt."

Was an den Ortseingängen aber definitiv kommen wird, sind Schilder, die Kinder des Dorfes entworfen haben. Damit sollen Motorradfahrer "gebremst" werden. Zurzeit durchlaufen die Schilder die Genehmigung von Landesbetrieb Mobilität, Kreis und Stadt. Und auch sonst tut sich etwas: Unter dem Titel Bürgercafé treffen sich die Generationen - zuletzt bei der gemeinsamen Maifeier von Kita und Senioren. Die Jury ist noch bis Donnerstag auf Tour.