Schau in Bad Neuenahr

Azubis bauen Skywalk für die Landesgartenschau

BAD NEUENAHR. Metallbauer-Azubis haben ihre Planung beim Berufsinfotag der Berufsbildenden Schule in Bad Neuenahr vorgestellt. Enstehen soll ein Aussichtsplateau in 15 Metern Höhe.

Der Fachkräftemangel schwebt seit Jahren wie ein Damoklesschwert über den Betrieben. Die Kreishandwerkerschaft beklagt ebenso wie die Industrie- und Handelskammer Jahr für Jahr, dass zahlreiche Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können. Mit dem Berufsinfomarkt bieten die Berufsbildende Schule in Bad Neuenahr und ihre dualen Partner Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit, sich über die Vielfalt und Chancen der Beruflichen Bildung und des dualen Ausbildungssystems zu informieren, oder auch Kontakte zu möglichen Arbeitgebern zu knüpfen.

Künftige Schulabgänger nutzten die Gelegenheit, sich von Vertretern der Innungen, der IHK, einzelner Betriebe und öffentlicher Arbeitgeber sowie von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit, Lehrern und Schülern der BBS in allen Fragen der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung beraten zu lassen. „Allein die gewerbliche Wirtschaft im Kreis Ahrweiler ist mit über 60 Ausbildern vertreten, um Jugendlichen Auskunft über mehr als 70 Ausbildungsberufe zu geben“, erklärte der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bernd Greulich.

Börse als ideale Plattform

Darüber hinaus haben die Handwerksbetriebe die laut Kreislehrlingswart Rolf Genn „ideale Plattform“ gerne genutzt, um sich den jungen Besuchern zu präsentieren. Die Bandbreite reichte von Malern und Lackierern über Bäckereien und Fleischereien bis hin zu Gesundheitskaufleuten, Schreiner, Bauzeichner und Elektrotechniker.

Als Vorzeigebeispiel für den Ideenreichtum, das fachliche Können und den Spaß, den Auszubildende an ihrem Beruf haben, dient der „Skywalk“, der anlässlich der Landesgartenschau entstehen soll. Die Aussichtsplattform soll am Rotweinwanderweg oberhalb der Römervilla am Silberberg gebaut werden. Die Idee dazu hatten im vergangenen Jahr die Metallbauschüler des dritten Lehrjahres.

Gemeinsam mit ihren Lehrern der Berufsbildenden Schule, Holger Waldecker und Guido Höfer, haben sie ein Konzept entwickelt und mit den Planungen begonnen. Deren Nachfolger, also jene Azubis, die sich in diesem Jahr im dritten Lehrjahr befinden, haben ein Modell in Originalgröße gebaut, das beim Berufsinfomarkt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Planungen sind abgeschlossen

Der Skywalk in Ahrweiler soll aus einem 20 Meter langen Steg bestehen, der in eine 25 Quadratmeter große achteckige Plattform mündet. Die Plattform wiederum soll rund 15 Meter über dem Hang schweben. „Die Planungen samt statischer Berechnung sind abgeschlossen“, so Maximilian Münch, der gemeinsam mit seinen 24 Klassenkameraden auch das zwei Meter lange Modell gebaut hat, das am Samstag in der BBS besichtigt werden konnte.

Dabei handelt es sich um einen begehbaren Teil des Steges. Die Unterkonstruktion besteht aus zwei Stahlträgern, die durch einen Zwischenträger miteinander verbunden sind. Der Boden besteht derzeit aus Holzbohlen, könnte in der endgültigen Ausführung aber auch durch Gitterroste ersetzt werden. Das Geländer wird pro Seite aus acht sogenannten Füllstäben gefertigt.

50 Jahre vor Rost geschützt

„Aus Gründen der Lebensdauer sind sowohl die Unterkonstruktion als auch die Geländerstäbe verzinkt und anschließend pulverbeschichtet – so ist das ganze rund 50 Jahre vor Rost geschützt“, erklärte Münch. Das gesamte Bauwerk wird insgesamt rund zehn Tonnen schwer sein. Der Bau wird insgesamt einen Monat dauern, einen weiteren Monat wird die Montage in Anspruch nehmen.

Vorsichtigen Schätzungen zufolge soll der Skywalk inklusive Material, Bau und Montage bis zu 100 000 Euro kosten. „Wir hoffen natürlich auf Fördermittel von Land und Kreis, sind aber auch auf der Suche nach Investoren“, meinte Maximilian Münch. Immerhin haben rund 40 Unternehmen angekündigt, Baumaterialien spenden zu wollen. Die Kreishandwerkerschaft, die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Landesgartenschau-Gesellschaft unterstützen das Projekt bereits.

Nächstes Jahr soll begonnen werden

Bevor der Skywalk gebaut werden kann, müssen erst noch diverse Prüfungen und Genehmigungen abgewartet werden. Dazu zählen etwa die Statik und die Auswertung der Bodenproben am Silberberg. Auch ein Bauantrag ist noch nicht gestellt worden.

Geklärt werden muss auch noch, wer als Betreiber der Plattform fungieren soll. „Wir hoffen, dass die Genehmigungen bis Mitte nächsten Jahres vorliegen, so dass die Auszubildenden, für die im kommenden Jahr das dritte Lehrjahr anbricht, mit dem Bau beginnen können“, so Münch.