Ausstellung in Ahrweiler

Axel Hausberg zeigt Fotos der ehemaligen syrischen Botschaft

Hausberg zeigt Bilder aus Orient und Okzident.

AHRWEILER. Unter dem Titel "Architekturfotografie zwischen Orient und Okzident" sind Prachtbauten ins ehemalige Hutgeschäft von Eleonore Simon, respektive in die heutige Phaenologo-Werkstatt für Kinder von Ulrike Kaiser eingezogen. Axel Hausberg, Fotodesigner aus Bad Neuenahr, gewährt in seiner Ausstellung mit 20 farbigen Exponaten Einblick in zwei höchst unterschiedliche Bauten.

Wenn er die Kamera zwischen verzierten Holztüren in einen Empfangssaal der ehemaligen syrischen Botschaft in Bad Godesberg richtet, "hat man wirklich den Eindruck von 1001 Nacht", so Hausberg. Kein Architekturelement bleibt ohne Dekor. Geometrische Musterungen des Steinbodens ziehen sich an den gemauerten Bänken hoch.

Auf den umlaufenden Sitzgelegenheiten reihen sich, streng hochkant ausgerichtet, Kissen an Kissen. Oben wechseln reich ornamentierte Wand- mit Fensterpassagen und darüber erstreckt sich, nicht minder aufwändig gestaltet, die Kassettendecke mit eindrucksvollen Beleuchtungskörpern.

Während die von syrischen Handwerkern mit Holzschnitzereien, Vergoldungen und Verglasungen realisierte Inneneinrichtung jungen Datums ist, blickt das abendländische Pendant, der Kölner Dom, auf eine Baugeschichte, die 1248 begann und erst 1880 mit der Vollendung der Türme endete. Für den christlich sozialisierten Hausberg, der mit Gästen "tatsächlich alle Stufen hochläuft", kam als Kontrast zum Orient vorrangig der Dom in Frage, "weil er nicht nur regionale, sondern Weltbedeutung hat".

Der Fotograf wählte bei den Aufnahmen im Haupt- und Querhaus fast immer die Zentralperspektive, "da man, was symmetrisch gebaut ist, auch symmetrisch aufnehmen soll". Dabei setzte er ein Stativ und eine Großbildkamera ein, die über Einstellmöglichkeiten verfügt, die keine Kleinbildkamera besitzt.

Derart konnte er in die Höhe des imposanten gotischen Kunstwerkes fotografieren, "ohne über den Köpfen der Menschen zu sein". Und für einen Architekturfotografen wie Hausberg versteht es sich von selbst, dass Verzerrungen, Verfremdungen und stürzende Linien tabu sind.

In der Zusammenschau reizen die ehemalige syrische Botschaft und der Kölner Dom über die Beziehung zwischen orientalischer und europäischer Baukunst nachzudenken. Für direkte Vergleiche eignen sie sich kaum, da sie nicht nur verschiedenen Kulturkreisen und Zeiten entstammen, sondern in ihnen profane, wenngleich prachtvolle Räumlichkeiten, auf sakrale stoßen.

Das Botschaftsinnere ist zudem nur eine von vielen Botschaftsausstattungen, während der 1996 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Dom zweifellos als Unikat hoher religiöser und zeitweise auch politischer Symbolkraft gelten kann.