Unbekanntes Unternehmen stellt im Kreis Container auf

Aus für illegale Sammelboxen

18.12.2015 KREISSTADT. Kein Name, keine Anschrift, nur eine Handynummer, an die niemand drangeht. Illegal aufgestellte Container für Altkleider und Schuhe sorgen derzeit für Verärgerung in der Kreisstadt.

Denn quasi über Nacht stehen die gut einen Kubikmeter fassenden Kisten aus Zinkblech auf Parkplätzen von Unternehmen, Super- oder Fachmärkten und dem Bahngelände. "Wir haben rund 50 genehmigte Sammelboxen", sagte Udo Schumacher, Chef des Ordnungsamtes der Kreisstadt.

Bei ihm und beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises gehen zurzeit jedoch etliche Beschwerden über die eben nicht genehmigten Container ein. "Da weiß keiner, wer dahinter steckt. Da will einer Geld machen", so Schumacher, der unterstreicht, dass die Kreisstadt bei Sammelcontainern eine klare Richtung vorgibt: "Wir lassen auf städtischen Gelände nur die Container des Roten Kreuzes zu. Die sind auch als solche zu erkennen." Auch werde auf DRK-Containern der Verwendungszweck angegeben.

Das alles ist bei den illegal aufgestellten Boxen nicht der Fall. Die aufgeklebte Handynummer "soll nur im Notfall" angerufen werden, ansonsten eine "Service-Hotline", die gar nicht existiert. Hingegen bietet das unbekannte Unternehmen denjenigen 1.000 Euro Belohnung an, die Anzeige bei der Polizei erstatten, "denn seit einiger Zeit werden uns von Mitbewerbern aus der Region Container gestohlen".

Letzteres soll wohl als Bluff Grundstückseigentümer davor abschrecken, den auf Privatgelände stehenden Container zu entfernen. Wirkt aber nicht, denn dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises (AWB) sind die Boxen zumindest teilweise bekannt. Diese werden, wenn sich die Grundstückeigentümer melden und eine Abtretungserklärung in Sachen Schadensersatzforderungen unterschreiben, umgehend von Mitarbeitern des AWB abgeholt.

Drei ganz aktuelle Fälle waren Container auf dem Raiffeisen-Gelände in Bad Neuenahr, am Einkaufszentrum am Niedertor und an einem Supermarkt an der Ringener Straße. Wie viele es im ganzen Kreisgebiet gibt, darüber liegen dem Kreis keine Informationen vor. Der AWB sammelt die gemeldeten Boxen im Abfallwirtschaftszentrum auf dem Scheid in Niederzissen. Wird der Verursacher ermittelt, erwartet ihn eine gesalzene Rechnung mit allen Nebenkosten inklusive Anfahrt, Transport und Personal. Den Grundstückseigentümer entstehen hingegen nach Angaben des AWB für die Entsorgung keinerlei Kosten. Das wird diesen auch schriftlich zugesichert.  (Günther Schmitt)