Kommentar zum Bau eines Parkhauses in Ahrweiler

Augen zu und durch

Im Fokus der Diskussion: Der Parkplatz außerhalb der Ahrweiler Stadtmauer. Hier soll ein neues Parkdeck entstehen.

Im Fokus der Diskussion: Der Parkplatz außerhalb der Ahrweiler Stadtmauer. Hier soll ein neues Parkdeck entstehen.

AHRWEILER. Gut vier Jahre vor der Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es den ersten Widerstand gegen ein Bauprojekt. Dabei geht es um zusätzliche Parkplätze, die mit Blick auf den Wochenend-Tourismus schon jetzt dringend gebraucht werden. Die Bürger sollten gelassener bleiben, meint GA-Redakteur Victor Francke.

Die erst 2022 stattfindende Landesgartenschau wirft schon jetzt erste Schatten voraus. Mit 800 000 Besuchern rechnet die Stadt, was eher einer sehr zurückhaltenden und vorsichtigen Schätzung entspricht. Wie auch immer: Viele werden mit dem Auto anreisen. Klar, dass sich die Verwaltung Gedanken um die Parkmöglichkeiten sowohl in Bad Neuenahr als auch in Ahrweiler macht.

Planungen, die Situation zu verbessern, wären allerdings auch ohne eine Landesgartenschau vonnöten. Gerade in Ahrweiler. Dort profitierte man bislang von vorhandenen – allerdings privaten – Stellplätzen an Supermärkten, die jedoch aus gutem Grund nicht mehr gewillt sind, diese Flächen für Nicht-Kunden und Ausflügler zur Verfügung zu stellen. Ausreichend sind und waren sie ohnehin nicht für die vielen Besucher der Stadt.

Nicht zuletzt, um eine städtebauliche Ordnung zu schaffen und den ruhenden Verkehr sinnvoll zu organisieren, ist der Bau eines Parkdecks in Ahrweiler längst überfällig. Das gilt auch für andere Bereiche in der Kreisstadt, deren Kernzonen nicht nur anlässlich der Landesgartenschau möglichst autofrei bleiben und dennoch gut zu Fuß zu erreichen sein sollten.

Wenn schon jetzt wegen eines kleinen, ebenerdigen Parkdecks Petitionen von Anliegern eingereicht werden, was erwartet die Stadt dann in der heißen Bauphase der Landesgartenschau? Rund 60 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in Bad Neuenahr-Ahrweiler verbaut, um die Stadt zu entwickeln, sie zukunftsfest zu machen, sie zu verschönern und aufzuwerten. Das geht nicht über Nacht und per Zauberhand.

Natürlich wird es vorübergehende Beeinträchtigungen und mit den Bauvorhaben verbundene Belästigungen geben. Das ist der Preis für eine Stadt, in der man gerne lebt und wohnt. Den Anliegern sei gesagt: Augen zu und durch. Alles wird gut.