Erster Kinder- und Jugend-Stadtführer für Bad Neuenahr

Auf Spurensuche im Heilbad

Die Schüler Maurice Henning (v.l.), Malte Löw, Moritz Kreßmann, Ben Schreiber, Moritz Bode, Eric Kleefisch mit Lehrer Jeremy Iskandar. FOTO: GAUSMANN

Die Schüler Maurice Henning (v.l.), Malte Löw, Moritz Kreßmann, Ben Schreiber, Moritz Bode, Eric Kleefisch mit Lehrer Jeremy Iskandar. FOTO: GAUSMANN

BAD NEUENAHR. "Hendrech on Jösef", die zwei Steinfiguren auf dem Alter Markt in Bad Neuenahr, sind Geschichtenerzähler. Was es mit den beiden Herren auf sich hat und warum die Bürgergesellschaft Wadenheim ihnen in Rufweite zum ehemaligen Rathaus ein Denkmal setzte, das erfahren jetzt die Kinder und Jugendlichen, die den 16-seitigen ersten Stadtführer Bad Neuenahr in die Hand nehmen.

In einem gut eineinhalbstündigen Streifzug durch die Kurstadt lernen sie in Form einer Stadtrallye Geschichten und Geschichtliches von Bischof Willibrord und dem Heiligen Apollinaris kennen, erfahren aber auch, warum das moderne Wasserspiel mit der blauen Weltkugel Unicef-Brunnen heißt.

"Väter" dieses Erkundungsspiels mit 24 zu lösenden Aufgaben sind sieben Jungs aus den Klassen sechs bis neun der Privaten Ganztagsschule "Carpe Diem". "Viele unserer 135 Schüler , die im Internat leben, entdecken Bad Neuenahr vom Bahnhof aus", so Schulleiter Luca Bonsignore.

Da lag es also nahe, bei den viertägigen Projekttagen, die unter dem Motto "Regionalität" standen, das eigene Umfeld mal besser kennenzulernen. So entstand mit den betreuenden Lehrern Jeremy Iskandar und Hermann-Joseph Löhr der Stadtführer von und für Kinder.

Alex Beyer, Maurice Henning, Malte Löw, Moritz Kreßmann, Ben Schreiber, Moritz Bode und Eric Kleefisch entdeckten bei ihren Recherchen, dass Neuenahr eine eigene jüdische Gemeinde hatte und Karl Marx im aufstrebenden Kurbad weilte. Doch das Team, das filmisch von Mitschüler Christopher Pape begleitet wurde, musste sich auch Gedanken über Sponsoring, Druck und Layout machen oder den Besuch des Apollinaris-Brunnens oder die Führung auf dem jüdischen Friedhof organisieren.

2.000 der kostenfreien Exemplare - das Cover ziert eine Zeichnung des historischen Schulgebäudes an der Hardtstraße von Silvia C. Bonsignore, der Mutter des Schulleiters - gehen jetzt an die Schulen in der Region, aber auch zu Ahrtal-Tourismus und ins Jugendgästehaus. Somit können auch Schulklassen, die die Stadt besuchen, an die Schön- und Besonderheiten der Badestadt, an interessante Gebäude und Plätze herangeführt werden.

"Diese neue Form der Erkundung gibt der Stadt einen Hauch von Leben. Als unsere Schüler mit offenen Augen durchs Stadtgebiet streiften, sahen sie so viele Details, dass ich überzeugt bin, dass der Stadtführer auch alteingesessenen Bad Neuenahrern noch viel Neues zu bieten hat", findet Bonsignore. Ein Fehler im Führer würde denen jedoch sofort ins Auge fallen: Das Konterfei des früheren Kurdirektors Herbert Rütten passt nicht zur Frage nach der "Amtszeit" von Felix Rütten, nach dem eine Straße benannt ist.

Nach vielen Geschichten und noch mehr Geschichtlichem landen die jungen Entdecker Bad Neuenahrs dann wieder bei "Hendrech on Jösef". Volle Punktzahl gibt es für den, der alles richtig gemacht hat. Wer Wissenslücken schließen möchte, der kann sich gleich nebenan bei Ahrtal-Tourismus den Lösungsbogen besorgen. "Das historische Ahrweiler ist vielfach beschrieben, nun hat auch Bad Neuenahr ein Werk mehr", so der Schulleiter.