Gymnasiums Calvarienberg

Ahrweilerin kehrt als Direktorin an ihre alte Schule zurück

Hendrik Immel übereicht die Ernennungsurkunde an Annette Gies, neue Schulleiterin des Gymnasiums Calvarienberg.

Hendrik Immel übereicht die Ernennungsurkunde an Annette Gies, neue Schulleiterin des Gymnasiums Calvarienberg.

AHRWEILER. Annette Gies ist zur Direktorin des Ahrweiler Gymnasiums Calvarienberg ernannt worden. Schon ihre Urgroßmutter ging auf die Schule der Ursulinen.

Die Behauptung, Annette Gies sei mit dem Gymnasium Calvarienberg tief verwurzelt, gar dort beheimatet, ist nicht übertrieben. Schon ihre Urgroßmutter ging aufs Private Gymnasium der Ursulinen, die 45-Jährige machte dort 1993 ebenso ihr Abitur wie ihre drei Schwestern. In dieser Zeit war ihre Mutter Eva-Maria Kreuter zwölf Jahre lang Schulelternsprecherin. Und auch die drei Kinder der Familie Gies gehen derzeit auf die von christlichen Werten geprägte Schule mit 800 Schülern und 60 Lehrern, in der seit 1838 gelehrt und unterrichtet wird.

Seit 2005 dort als Lehrerin für Deutsch und Philosophie tätig, war Gies zunächst stellvertretende Schulleiterin und seit Sommer 2018 kommissarische Direktorin. „Sie haben also 23 Jahre ihres Lebens an dieser Schule verbracht“, betonte der Leitende Regierungsschuldirektor Hendrik Immel, der ihr am Donnerstag die Ernennungsurkunde zur Schulleiterin überreichte. Dass sie für ihren Berg brennt und in der Lage ist, das Schiff der Schule auch durch raue See zu steuern, hat Gies bereits bewiesen, als sie noch nicht als Kapitänin am Steuer stand. Denn die schwerste Stunde schlug nach 179 Jahren Bildungsarbeit, als die Ordensschwestern der Ursulinenkongregation aus personellen und finanziellen Gründen die Entscheidung treffen mussten, den Calvarienberg zu verlassen (der GA berichtete). Sie gaben die Trägerschaft ab, die seit dem Schuljahr 2017/18 von der Schulstiftung, in deren Vorstand Gies neben Kollege Gerald Charlier tätig ist, übernommen wurde, um den Fortbestand von Gymnasium und Realschule zu gewährleisten.

Feierstunde in der Aula

Daher zogen sich bei der Feierstunde in der Aula, in der viele Gäste mit ihrer Anwesenheit die enge Verbundenheit zum Berg ausdrückten, die Begriffe „Tradition, Beständigkeit, Werte und Wandel“ wie ein roter Faden durch 15 Reden und Grußworte. Selbst bei den dargebotenen Musikstücken des Schulorchesters spannte sich der Bogen von Humperdincks „Besenritt“ aus Hänsel und Gretel zu Lady Gagas „Born this way“.

Aus Trier war eine Abordnung um Generaloberin Schwester Maria Monheim angereist, aus Aachen und Krefeld Vertreter der Ursulinenschulen. Die Generaloberin betonte am Rande der Veranstaltung gegenüber dem GA, dass es in Sachen Verkauf von Kirche und Kloster derzeit keine Neuigkeiten gebe. Immel ließ die Vita von Gies, die in Philosophie promovierte, Revue passieren. Lautete ihr Abi-Motto noch „Von nun an geht's bergab“, lobte er sie für ihre steile Karriere. Die fand Bürgermeister Guido Orthen schon unter dem Gesichtspunkt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beachtlich: „Du bis dreifache Mutter, eine Vollblutlehrerin, aber auch durch Deine Arbeit im Stadtrat seit 2009 in den politischen Gremien beheimatet.“ Für ihr Engagement in der Kirche dankte Pfarrer Peter Dörrenbächer. Er versprach, die Schulen auch aus seelsorgerischer Sicht, beispielsweise bei der Durchführung von Gottesdiensten, immer im Blick zu haben. Aktueller denn je, so fand Albrecht Adam vom Bischöflichen Generalvikariat, seien christliche Werte mit Blick auf neue pädagogische Wege.

Der Beitrag der Großfamilie Kreuter an diesem Tag war ein ganz persönlicher. Die jüngste Schwester Karolin, die wie das Schulleiterteam um Irmgard Kirchlinne Fotos an die Wand projizierte, brachte es auf den Punkt: „Netti, wer hätte das gedacht, dass einer von uns vieren mal unsere alte Schule leiten wird?“ Neben vielen Geschenken war die neu bestückte alte Schultüte aus dem Jahr 1984, ergänzt um das Poesiealbum der Urgroßmutter, ein ganz besonderes. „Die enge Verbundenheit zum Calvarienberg ist mein Motor“, so Gies. Bei Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz müsse der Weg zwischen dem Spannungsfeld Ratio und Emotion am Menschen orientiert bleiben.