„Menschen sind Schatz der Kirche“

Ahrweiler feiert Pfarrfest mit Bischof Ackermann

AHRWEILER. Bischof Stephan Ackermann freute sich mit der Ahrweiler Laurentiusgemeinde beim Pfarrfest über die 750-jährige Geschichte des Gotteshauses, betonte aber auch, dass Kirche nicht die steinernen Bauten seien. "Die Menschen sind der Schatz der Kirche", so der Trierer Bischof.

Am Sonntagmittag saßen Hunderte von Besuchern des Ahrweiler Pfarrfestes von Sankt Laurentius auf dem Marktplatz unter freiem Himmel und genossen das herrliche Wetter, ein kühles Getränk oder ließen sich vom Imbiss oder Kuchenstand mit herzhaften oder süßen Speisen verwöhnen. Mitten unter ihnen war auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der mit Vertretern der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler diskutierte und dabei die aktuelle Situation der Kirche vor Ort besprach.

Ackermann war Ehrengast der Feiern, die in diesem Jahr das 750-jährige Bestehen der Laurentiuskirche zum Motto hatten. Der Bischof war natürlich am Morgen Hauptzelebrant des Pontifikalamtes – auf den beim Pfarrfest eigentlich obligatorischen Open-Air-Gottesdienst hatte man verzichtet. Dafür waren die Türen des prall gefüllten Gotteshauses weit geöffnet und luden zum Mitfeiern in. Bischof Ackermann freute sich mit der Gemeinde über das Jubiläum des Gotteshauses, betonte aber auch, dass Kirche nicht die steinernen Bauten seien. "Die Menschen sind der Schatz der Kirche", so der Trierer Bischof.

Das Pontifikalamt war sicherlich das wichtigste, aber dennoch nur ein Mosaiksteinchen eines wieder ausgiebigen Pfarrfestes, bei dem eine große Helferschar in der Kirche und auf dem Marktplatz davor einen bunten Programmreigen bot. Der startete mit dem Seniorennachmittag. Der Freitag gehörte der Jugend und bot wieder "Rock am Markt."

Samstagmittag ging es weiter, jetzt war der Marktplatz mit Bänken und Tischen eingedeckt, an denen sich nach und nach immer mehr Menschen, viele davon Urlauber, niederließen. Gleich nebenan in der Kirche rüstete man sich derweil für "Sing and pray", eine etwas andere Form des Abendgebets.

Auf der Marktbühne richteten sich derweil die Aktiven der Musikvereinigung ein, die am Abend nur die Wünsche der Besucher spielten. Vorab hatte jeder, der wollte, aus einer Repertoireliste der Musiker seinen Musikwunsch auswählen können. Abends wurden diese dann in Hitparadenform präsentiert. Beinahe jedes Genre war unter dem Dirigat von Richard Knipp vertreten: Oldies, kölsche Tön, Dicke-Backen-Musik und traditionelle Märsche, allen voran der "Graf Waldersee", besser bekannt als "Tochter Zion". Der passt sowohl zur Kirche als auch zum weltlichen Ahrweiler Schützenwesen.

In der Laurentius-Bücherei gab es einen Flohmarkt und auf dem Marktplatz bot der Missionsstand fair gehandelte Waren an. Es gab Kirchen- und Gewölbeführungen, die den Besuchern einen Blick aus luftiger Höhe über Ahrweiler erlaubten. Für den anstehenden Kirchenanstrich wurde weiter gesammelt, ein gutes Dutzend Läufer und Walker drehte am Samstag Runde um Runde um die Kirche und sammelte damit rund 500 Euro ein, zudem wurde der von den Ahrweiler Schützen gestiftete Jubiläumswein zum Kauf angeboten.

Sonntags gab es Kirchenführungen für Kinder, die das Gotteshaus mit anderen Augen wahrnehmen. Und natürlich erklang auch die Orgel, als Organist Klaus-Dieter Holzberger und Karl-Ludwig Kreutz zum Abschluss des Festes zu einem Konzert einluden.