Gespräche über Trägerwechsel

Ahrweiler als Standort der Europäischen Akademie bestätigt

AHRWEILER. Derzeit laufen Gespräche über Trägerwechsel der Europäischen Akademie zwischen Land und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es geht um die Beratung und die Begleitung wissenschaftlicher Projekte.

Die Europäische Akademie in Ahrweiler, die unter „EA European Academy of Technology and Innovation Assessment“ firmiert, hat einen neuen Geschäftsführer. Stefan Latussek hat Petra Ahrweiler in dieser Funktion abgelöst. Ahrweiler wechselt auf einen Lehrstuhl an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

Die Akademie, deren Träger das Land Rheinland-Pfalz ist, will künftig noch enger mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammenarbeiten. Von dort kommt der 55-jährige Jurist Latussek, der vor Ahrweiler, die 2013 an die EA kam, schon einmal ein Jahr Interimsgeschäftsführer war. Das war nach dem altersbedingten Weggang von Gründungsgeschäftsführer Carl Friedrich Gethmann.

Das DLR ist neben dem Land schon heute Gesellschafter der EA und plant einen Ausbau seiner Expertise in innovativen Forschungsfeldern und bei der Begleitung von wissenschaftlichen Projekten. Die Akademie wird dabei vom DLR als wichtiger strategischer Partner gesehen. „Damit werden sich auch vielfältige Chancen für die Akademie ergeben, die ihre bislang schon gut nachgefragten Beratungs- und Entwicklungsleistungen noch weiter ausbauen kann“, sagt Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Mainzer Wissenschaftsministerium.

Er verspricht sich davon auch positive Effekte für die Region und für das Land. Schon jetzt leite die Akademie innovative Projekte mit Regionalbezug. Ein Beispiel sei das Projekt „EnAHRgie“. Der Kreis Ahrweiler sei hier die Modellregion, in der untersucht wird, wie Landnutzung und Energieversorgung auf kommunaler Ebene in Einklang gebracht werden können. Dieses Projekt steht unter Leitung von André Schaffrin.

Rheinland-Pfalz, DLR und Akademie arbeiten gegenwärtig an einem Zukunftskonzept für die Forschungseinrichtung in Ahrweiler, das schon im nächsten Jahr umgesetzt werden könnte, heißt es von dem Haus an der Ahrweiler Wilhelmstraße. Damit die „enge Verzahnung möglichst rasch gelingt“, hätten Land und DLR Stefan Latussek als neuen Geschäftsführer berufen. Latussek: „Für das Land und das DLR steht fest, dass der Standort Ahrweiler und die Arbeitsverträge der Beschäftigten unangetastet bleiben.“

Das bestätigt für das Wissenschaftsministerium dessen Sprecherin, Hilde Rühl: „Land und DLR setzen auch zukünftig auf die herausragenden Kompetenzen und Erfahrungen der Mitarbeiter der Akademie. Ahrweiler als Standort der Akademie hat sich wegen seiner Nähe zu vielen wissenschaftlichen Einrichtungen in und um Bonn besonders bewährt und soll beibehalten werden.“

Mainz räumt allerdings ein, dass es durchaus Veränderungen geben kann. „Es ist möglich, dass es zu einer Veränderung der Trägerstruktur und der Finanzierungsanteile kommen kann. Die Gespräche sind allerdings noch nicht abgeschlossen“, so die Sprecherin des Wissenschaftsministeriums zum General-Anzeiger.