Sternenhimmel in Sankt Laurentius

Ahrweiler Pfarrkirche wird 750 Jahre alt

1125 Sterne hängen von der Decke der Pfarrkirche herab. So alt ist Ahrweiler. 750 Sterne davon sind Laurentiussterne, die auf das Jubiläum der ältesten gotischen Hallenkirche des Rheinlandes hinweisen. Ihr Grundstein wurde im Jahr 1269 gelegt.

1125 Sterne hängen von der Decke der Pfarrkirche herab. So alt ist Ahrweiler. 750 Sterne davon sind Laurentiussterne, die auf das Jubiläum der ältesten gotischen Hallenkirche des Rheinlandes hinweisen. Ihr Grundstein wurde im Jahr 1269 gelegt.

AHRWEILER. Die Ahrweiler Pfarrkirche, älteste gotische Hallenkirche im Rheinland, wird 750 Jahre alt. Ein bunter Veranstaltungsreigen führt durch das ganze Jahr 2019.

Wer in diesem Advent die Ahrweiler Pfarrkirche Sankt Laurentius betritt, trifft im Wortsinne auf einen Sternenhimmel. Von der Decke hängen 1125 Sterne. So alt ist Ahrweiler. 750 davon sind Laurentiussterne. Sie stehen für das Kirchenjubiläum im kommenden Jahr. Denn der Grundstein der ältesten gotischen Hallenkirche des Rheinlandes wurde im Jahr 1269 gelegt. Bis auf fünf Ausnahmen erstrahlen die Laurentiussterne in Gold.

„Vier sind schwarz und stehen für schwarze Zeiten“, erläutert Dechant Jörg Meyrer. 1646 wurde die Kirche im 30-jährigen Krieg geschändet, Frauen und Mädchen im Gotteshaus vergewaltigt, Frauen und Männer getötet. 1689 brannte die Kirche. 1940 wurden die jüdischen Mitbürger deportiert. 1945 wurde Ahrweiler durch ein Bombardement in Schutt und Asche gelegt. 375 Sterne aus Zeitungspapier stehen für die Ereignisse im Jahresverlauf, für das Leben in der Gemeinde, für Geburten, Sterbefälle, Hochzeiten und auch für gekrönte Häupter.

Kosten von 880.000 Euro

So imposant Sankt Laurentius derzeit von innen wirkt, so stark hat der Zahn der Zeit an der Fassade der Kirche genagt. Ober es aber bis zum großen Jubiläumsgottesdienst mit Bischof Stephan Ackermann zum Pfarrfest am 11. August 2019 mit dem neuen Anstrich klappt, steht in den Sternen.

„Die Kosten betragen 880 000 Euro“, sagte Ulrike Phiesel dem General-Anzeiger. Sie ist Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Die Pfarrgemeinde kann auf 400 000 Euro aus ihren Rücklagen zurückgreifen, 180 000 Euro stehen vom Bistum ins Haus, 300 000 Euro muss die Pfarrgemeinde noch aufbringen. Dafür gibt es die Spendenaktion „Alles für Lau“, die bisher 108 000 Euro eingebracht hat. Folglich fehlen noch 192 000 Euro für den Startschuss für die bereits von Behörden und Bistum genehmigten Arbeiten. Doch an der Nordseite steht bereits ein Gerüst. „Das ist für Probeanstriche gedacht“, erklärt Phiesel und unterstreicht: „Wir fangen dann an, wenn das Geld für die Handwerker auch da ist.“

Gemeinsam mit Marlis Blumenthal von „Alles für Lau“ sowie Rainer und Theresa Ulrich vom Festausschuss hofft die Vorsitzende auf edle Spender beim Festkommers. Doch es soll das ganze Jahr über Veranstaltungen zum Jubiläum geben. Für deren Koordination zeichnet der Festausschuss unter Vorsitz von Ulrich verantwortlich. Für die Durchführung wurden zahlreiche Gemeindemitglieder gewonnen.

Erlöse für die Fassadenrenovierung

Das Programm mit etlichen auch musikalischen Höhepunkten wie einem Benefizkonzert der Mainzer Hofsänger soll jeden ansprechen. Egal ob Dingelfestival im Juni, Sponsorenlauf rund um die Kirche im August oder die Ausstellung von alten Handschriften und Drucken aus dem Pfarrarchiv – alles ist ehrenamtlich. Und viele bringen sich ein: Die katholischen Frauen gestalten ein Kochbuch mit heimischen Rezepten, Kinder der Aloisiusschule wollen am Martinstag Kirchenfenster zu Fackeln machen und für einen Ostereierbrunnen bemalt schon seit Wochen ein Team um Irmgard Friedrich Eier mit Acrylfarbe.

„Die Veranstaltungen sollen sich tragen“, sagt Ulrich. „Mögliche Erlöse gehen in die Fassadenrenovierung.“ Dass er dabei auf die Ahrweiler bauen kann, weiß der Vorsitzende des Festausschusses aus der Erfahrung vieler Pfarrfeste, wenn sich Menschen – ob gläubig oder nicht – auf dem Marktplatz ein Stelldichein geben.

Apropos Sterne und Stelldichein: Passend zum Start in das Jubiläumsjahr findet der große Aussendungsgottesdienst für alle Sternsinger des Bistums Trier am 28. Dezember in Sankt Laurentius statt. Den Gottesdienst hält Weihbischof Jörg Michael Peters. Zuvor werden sich Hunderte von kleinen Königen am Ahrtor versammeln, um dann in einer Prozession durch die Ahrhutstraße zur Pfarrkirche zu ziehen. Ein farbenfrohes Bild, auf das sich die Verantwortlichen heute schon freuen.

Freuen auf ein Wiedersehen können sich die Gemeindemitglieder beim Festkommers. Alle ehemaligen Seelsorger von Sankt Laurentius werden eingeladen. So auch der Aachener Bischof Helmut Dieser, der in Ahrweiler als Kaplan ganz klein angefangen hat.