Peter-Joerres-Gymnasium

Ahrweiler Gymnasium verabschiedet seinen Schulleiter

Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch (l.) überreicht die Urkunde des Kreises an Reiner Meier.

Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch (l.) überreicht die Urkunde des Kreises an Reiner Meier.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Peter-Joerres-Gymnasium in Bad Neuenahr-Ahrweiler verabschiedet seinen Schulleiter Reiner Meier in den Ruhestand. Dabei feierten die Schüler auch die Missgeschicke ihres Ex-Direktors.

Sie war kurzweilig und herzlich, die Verabschiedung von Oberstudiendirektor Reiner Meier (65) als Schulleiter des Ahrweiler Peter-Joerres-Gymnasiums (PJG). Zwar forderte die Hitze ihren Tribut, so dass jedes Blatt Papier im Foyer zu Fächern umfunktioniert wurde. Doch die Beiträge vor allem der Schüler waren so erfrischend, dass die Zeit wie im Flug verging. Da war zum einen die Big Band, die passend mit „Feeling good“ startete und mit „My way“ die Feststunde beendete.

Da trat zum anderen Sebastian Klein als Überraschungsgast ans Mikro, der jugendlichen Wind reinbrachte. „Ich werde nicht bauchpinslerisch, wie das bei einer solchen Feier üblich ist“, so der junge Mann, der gerade Abitur gemacht hat. Rhetorisch in Hochform schilderte er die Top-3-Missgeschicke des Reiner Meier: Da machte der Schulleiter mal aus der Big Band die „Big Bad“, in einer Konzertmoderation aus Star-Wars-Star Darth Vader „Dark Faser“ – „die dunkle Faser der Textilindustrie schlägt zurück“, frotzelte Klein – und bei der Verleihung der Abiturzeugnisse 2019 war die Excel-Tabelle so verrutscht, dass einige der 109 Schüler neue Vornamen erhielten. Meier, seit 2011 Direktor der 160 Jahre alten Schule des Kreises mit 900 Schülern und den Schwerpunkten Sport, MINT und Musik, konnte mit seiner Frau Anja, ebenfalls Lehrerin am PJG, nach diesen Nähkästchen-Details herzhaft über sich selbst lachen.

Von allen Festrednern wurde dem Mann, der nun Zeit mit den beiden Enkeln verbringen, das Golfspiel lernen möchte, aber auch „Küche streichen und Keller aufräumen muss“, eine hohe Innovationsbereitschaft und ein überdurchschnittliches Engagement attestiert. Nachdem Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch die Dankurkunde des Kreises nebst Wein überreicht hatte, ließ Irmgard Schneider von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz die beruflichen Stationen Meiers' der vergangenen vier Jahrzehnten Revue passieren.

Ulrich Hotz, Sprecher der Bezirksdirektorenkonferenz, dankte „für die in den Diskurs eingebrachte große Erfahrung“. Renate Seidel-Lösch von der Agentur für Arbeit erinnerte daran, dass es das PJG war, mit dem der erste Kooperationsvertrag unterzeichnet wurde, um die Schüler noch früher in Sachen Berufswahl zu begleiten. Die „Nette Begegnung“ des Chors „Vocappella“ leitete über zur Rede der Hauptfigur: Meier teilte sich die Aufmerksamkeit jedoch mit dem Bonner Professor Volker Ladenthin zu nachhaltigen Begegnungen im Leben eines Menschen, griffen aber auch die Friday-for-Future-Demos auf. „Engagement ist keine Alternative zur Schulbildung, sondern die Konsequenz. Die Schule ist der Ort des Wissens, die Wirklichkeit der Ort des Handelns“, so Ladenthin. Die Balance zwischen Raum geben und Rahmen setzen, so Meier, fand die Schule, in dem sie Klimaschutzprojekte initiierte.

Meiers Nachfolger kommt aus Nordrhein-Westfalen. Erich Seul von der Kreisverwaltung glaubt an einen nahtlosen Übergang nach den Sommerferien. Da das Verfahren noch läuft, wurde kein Name des neuen PJG-Chefs genannt.