Stadt kauft Wellness-Oase

Ahr-Thermen öffnen im August

Eröffnung am 8. August: Nach Unterzeichnung des Notarvertrages werden die Ahr-Thermen wieder in Betrieb genommen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Alles ist unter Dach und Fach: Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Aktiengesellschaft haben am Freitag den Notarvertrag unterschrieben, mit dem nun das Eigentum an den seit Januar geschlossenen Ahr-Thermen auf die Stadt übergeht. Kaufpreis: Knapp drei Millionen Euro. Genau stehen im Kaufvertrag 2.940.990 Euro.

Bereits am 8. August soll das im Herzen der Kurstadt liegende Bad wiedereröffnet werden. Mit der Unterzeichnung des Notarvertrages ging gestern eine achtmonatiger Verhandlungs-Marathon zu Ende. Die Zukunft des Thermalbades ist damit gesichert.

In der Kaufsumme sind das mobile Betriebsinventar und die Namensrechte enthalten. Für die Gebäude wird nichts bezahlt. Den Betrieb des Thermalbades übernimmt ab 1. August eine Betriebsgesellschaft, die von der Stadt als alleinige Gesellschafterin mit einem Stammkapital von 800.000 Euro ausgestattet ist. Wie berichtet, wird die Geschäftsführung der Vorsitzende des Ahrtaltourismus, Maternus Fiedler, übernehmen.

"Jetzt, wo die Stadt und die Betriebs-GmbH das Heft des Handelns in der Hand haben, wollen wir keine Zeit mehr verlieren", sagte Fiedler. Der neue Betreiber wolle sich "im Sinne unserer Tourismusdestination darauf konzentrieren, die Ahr-Thermen wieder als Frequenzbringer und als wichtigen Imageträger für unsere Stadt zu positionieren".

Der Stadtrat hatte in seiner Mai-Sitzung per Ratbeschluss den Weg zum Kauf der Ahr-Thermen-Grundstücke und zur Gründung der stadteigenen Betriebs-GmbH frei gemacht. Zuletzt führten jedoch Probleme mit der Walburgis-Quelle zu Verzögerungen bei den Verhandlungen. Seitens der AGBN waren noch umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich, die Zeit in Anspruch nahmen.

"Nach der erfolgreichen Reinigung der Walburgis-Quelle, die das Wasser für die Thermen liefert, sind wir endlich am Ende einer langen und manchmal auch recht schwierigen Verhandlungsreise angelangt," sagte Bürgermeister Guido Orthen zum Vertragsabschluss.

"Ich denke, dass wir einen vernünftigen Interessensausgleich erzielt haben. Die Stadt erhält als Tourismusstandort einen wichtigen Magneten zu einem akzeptablen Preis und die AGBN ist ein nicht zu beherrschendes Risiko los. Ohne diesen Verlustbringer sieht unsere Bilanz natürlich direkt besser aus", erklärte der Vorstand der Aktiengesellschaft, Christoph Reinicke gestern.

11,1 Millionen Euro wird die Übernahme der Thermen und deren Sanierung nebst Attraktivitätssteigerungsmaßnahmen (7,2 Millionen Euro) insgesamt kosten. Wie berichtet, soll die Finanzierung durch Anhebung der Steuern, durch eine Verteuerung der Gästekarte sowie durch Einsparmaßnahmen im städtischen Haushalt erfolgen.

Die Finanzierung wird über Kredite erfolgen müssen. Da man über 25 Jahre mit vier Prozent die anfallenden Kredite tilgen will und von einem Zinssatz von 2,5 Prozent ausgeht, kommt so ein jährlicher Schuldendienst von 715.000 Euro zusammen.