Bebauung in Bad Neuenahr

43 neue Häuser bereiten Anliegern in Bad Neuenahr Sorgen

Auf der Freifläche sollen rund 40 Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus errichtet werden.

Auf der Freifläche sollen rund 40 Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus errichtet werden.

BAD NEUENAHR. Anwohner befürchten unzumutbaren Schwerlastverkehr während der Bauphasen - und dass es auf lange Sicht mit der Ruhe am Nachtigallenschlag vorbei ist. Auf dem Areal am südlichen Ortsrand von Bad Neuenahr sollen 43 Einfamilienhäusern entstehen.

In Bad Neuenahr soll ein Baugebiet erschlossen werden, das Anliegern schon jetzt Kopfschmerzen bereitet: Im „Nachtigallenschlag“, am südlichen Ortsrand von Bad Neuenahr, oberhalb der Unterstraße, südlich der Straße vom Johannisberg und der Schweizer Straße, sollen 43 Einfamilienhäuser sowie ein großes Mehrfamilienhaus entstehen. Das Plangebiet ist rund 21 000 Quadratmeter groß. Anwohner befürchten insbesondere unzumutbaren Schwerlastverkehr während der Bauphasen. Auch könnte es ansonsten mit der Ruhe rund um das idyllischen Fleckchen schnell vorbei sein.

Zumal das geplante Mehrfamilienhaus vom Planungsrecht her durchaus 20 Wohneinheiten beherbergen könnte. Zwar soll es über eine Tiefgarage verfügen – dennoch wird es auf der Zubringerstraße zum Neubaugebiet vermutlich reichlich zusätzlichen Verkehr geben. Zwei Stellplätze sind jeweils pro Einfamilienhaus vorgesehen, macht mehr als 80 Fahrzeuge alleine für die dortigen Bewohner aus – das Mehrfamilienhaus nicht eingerechnet.

Die öffentliche Erschließungsstraße ist 5,50 Meter breit und führt durch reines Wohngebiet. Sie schließt am südöstlichen Ende mit einem Wendeplatz ab. Um Hangwasser abzufangen, wird außerdem noch ein Regenrückhaltebecken gebaut.

Die neuen Wohngrundstücke sollen über einen inneren Erschließungsring erreichbar sein. „Eine Überprüfung ergab, dass durch das geplante Straßenbauvorhaben keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt entstehen werden“, teilte die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mit, in der die Planung präsentiert wurde. Die „äußere Erschließung“ erfolgt nach den derzeitigen Planungen über die Unterstraße, die Schweizer Straße und den Nachtigallenschlag.

Bei den Einfamilienhäusern ist eine Bebauung mit maximal zwei Vollgeschossen möglich, für den Geschosswohnungsbau sollen es wegen der vorhandenen viergeschossigen Baukörper östlich des Nachtigallenschlages drei Geschosse zuzüglich eines Staffelgeschosses werden. Einer übermäßigen Höhenentwicklung will man so entgegenwirken, hieß es in der Sitzungsvorlage. Die Planer rechnen damit, dass noch in diesem Jahr mit dem Bebauungsplan Nachtigallenschlag das Planungsrecht geschaffen wird. Für den kommenden Herbst ist die Offenlage des Plans vorgesehen. Im nächsten Frühjahr könnte dann bereits ein Baubeginn erfolgen.

Verkäufer der Grundstücke ist die Kreissparkasse Ahrweiler. Sie veräußert die Areale, die dann individuell bebaut werden können, berichtete Johannes Suchy vom Stadtentwicklungsbüro IVPS. Das gilt auch für das Grundstück, auf dem das Mehrfamilienhaus nebst Tiefgarage von einem Investor gebaut werden soll.

„Aufgrund der seit vielen Jahren anhaltend hohen Nachfrage nach geeignetem Bauland, insbesondere im Bereich der Einfamilienhäuser, ist die Stadt stets darum bemüht, dieser Nachfrage Rechnung zu tragen und sukzessive geeignete Bauflächen bereitzustellen beziehungsweise Wohnbauflächenpotenziale zu entwickeln“, so der Erste Beigeordnete der Kreisstadt, Detlev Koch. Vorrangig würden hierbei Innenbereichspotenziale berücksichtigt. Koch: „Das Areal am Nachtigallenschlag erfüllt die Voraussetzungen für eine Wohnbaulandentwicklung zur Deckung der hohen Nachfrage.“

Einstimmig befürwortete der Bauausschuss das Vorhaben.