Sport- und Freizeitbad für Bad Neuenahr

„Twin“-Neubau in Bad Neuenahr kostet 12,7 Millionen Euro

So soll das neue "Twin" einmal aussehen.

So soll das neue "Twin" einmal aussehen.

Bad Neuenahr. Die Pläne für ein Sport- und Freizeitbad in Bad Neuenahr liegen vor. Am Donnerstag werden sie den Bürgern vorgestellt. Das Projekt wird rund 12,7 Millionen Euro erfordern.

In einer Gemeinschaftssitzung haben Haupt- und Finanzausschuss, Bau-, Planungs- und Sportausschuss die Entwurfsplanung zum Neubau eines Sport- und Freizeitbades auf dem Gelände des derzeitigen „Twin“ zur Kenntnis genommen und freigegeben. Nun sollen Bau- und Förderanträge gestellt werden. Das Bad sieht ein Schwimmer-, ein Nichtschwimmer- sowie ein Lehrschwimmbecken ebenso vor wie einen Kleinkinderbereich. Geplant ist zudem eine Sprunganlage mit einem Ein-Meter- und einem Drei-Meter-Brett. Auch soll es eine 30-Meter-Innenrutsche geben. Reine Baukosten: 10,5 Millionen Euro.

Hinzu kommen weitere Aufwendungen wie beispielsweise Schallschutzmaßnahmen oder auch die Anbindung ans Freibad. Insgesamt gehen die Planer von 11,2 Millionen Euro aus. Rechnet man die Abrisskosten für das bestehende „Twin“ hinzu, so wird die Stadt insgesamt – nach derzeitigem Stand – rund 12,7 Millionen Euro aufbringen müssen.

Zur Refinanzierung sollen Grundstücke verkauft werden. Die damit verbundenen Erlöse taxiert die Stadt auf 7,7 Millionen Euro. An Fördermitteln erhofft man sich im Bad Neuenahrer Rathaus 4,1 Millionen Euro. Macht zusammen 11,8 Millionen Euro. Es bliebe demnach derzeit also eine Finanzierungslücke, wie es ohnehin noch Unwägbarkeiten gibt.

Denn die angedachten Grundstücksverkäufe können sehr wohl auch höhere Erlöse – oder geringere – ergeben, als zum jetzigen Zeitpunkt gerechnet.

Wenn alles gut geht, könnte Ende der zweiten Jahreshälfte 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Vorausgesetzt, bis dahin sind Zuschusshöhen und Grundstückserlöse verbindlich geklärt. Zunächst gaben die Ausschussmitglieder der Stadt grünes Licht, den Verkäufen der Grundstücke Piuswiese (östlicher Teil/„Wäldchen“), Südwiese am „Twin“, Wiese östlich des „Twin“, Pius-Straße (am Bachemer Sportplatz) sowie „Oben in der Hard“/Königsfelder Straße näher zu treten.

Die Stadtverwaltung hatte zuvor dargelegt, welche Einnahmen man sich aus den einzelnen Verkäufen erhofft. 1,44 Millionen Euro soll das „Wäldchen“ an der Piuswiese einbringen, 2,7 Millionen die Südwiese am „Twin“, 0,54 Millionen die „Ostwiese“, 1,75 Millionen der Bereich am Bachemer Sportplatz und 1,3 Millionen die Parzellen „Oben in der Hard“. Bürgermeister Guido Orthen: „Wir haben bei den Einnahmen konservativ gerechnet.“ Auch lieferte die Verwaltung gleich Pläne mit, aus denen hervorging, wie eine künftige Nutzung und Bebauung mitsamt Erschließung der jeweiligen Grundstücke aussehen könnte.

„Garten, Natur, Wasser“ sollen die Elemente sein, die sowohl Innen- als auch Außengestaltung des neuen Schwimmbades prägen werden. Der langgestreckte, quaderförmige Baukörper wird von Süden nach Norden ausgerichtet sein. Er vereint die Funktionen Foyer, Personalbereich, Umkleide und Vorreinigung sowie die Badehalle mit einem 25-Meter-Becken, Lehrschwimmbecken, einer innenliegenden Rutsche und einem Kinderplanschbecken. Vom Foyer aus kann der Badegast durch eine großflächige gläserne Innenfassade Einblick in die Badehalle nehmen. Die Westseite des Bades, die zum Freibad ausgerichtet ist, öffnet sich durch großzügige Verglasung mit allen drei Aktivbereichen zur Liegewiese. An der Ostseite werden Lüftung, Umkleide und Vorreinigung untergebracht. Es wird nach der Planung Umkleiden für Vereine und Schulen, aber auch für Tagesgäste und Familien mit Ganz- und Halbschränken geben.

Die Fassade des neuen „Twin“ soll als „Pfosten-Riegelfassade“ mit Sonnenschutzglas sowie im oberen Bereich mit bräunlich changierenden Glasflächen ausgeführt werden. „Ein dominierendes breites Attikaband aus kühlem Zinkblech ahmt die fließende Bewegung eines Flusses nach“, so die Architekten.

Knapp 400 Quadratmeter wird die Wasserfläche im Hallenbad groß sein. Das 25-Meter-Becken kann durch einen Hubboden auch als Therapie- und Lehrschwimmbecken genutzt werden. Die Becken sind übrigens in Edelstahl vorgesehen.

Die Gestaltung des Innenbereiches der Badehalle bildet ein Zusammenspiel aus Holzverkleidungen, kieselgrauen und floralen Wandelementen sowie den Glasfassadenbauteilen. Der Außenbereich soll – so die Planer – ebenfalls ganz im Thema „Garten, Natur, Wasser“ stehen, natürliche Materialien sollen dominieren und Außen- und Innenbereich miteinander „verschmelzen lassen“.

Am Donnerstag, 17. August, 19 Uhr, wird die Planung den Bürgern im Rathaus vorgestellt. Der Stadtrat beschäftigt sich dann am Montag, 28. August, erneut mit der Thematik.