Wirtschaftstandort Ahrweiler

Wolfcraft setzt auf Investitionen

KREIS AHRWEILER. Das Familienunternehmen, das Werkzeuge für Heimwerker fertigt, investiert 13 Millionen Euro für Standorte im Kreis Ahrweiler und 4,5 Millionen Euro in der Slowakei.

Grün und gelb, das sind die Firmenfarben. In kaum einem Baumarkt zwischen Edinburgh und Sidney fehlen die Produkte von Wolfcraft. Wobei die Angebotspalette für Heimwerker und Profis vom Bohrständer bis zur vielfach ausgezeichneten Einhandzwinge reicht. Stammsitz des Familienunternehmens mit europaweit 500 Mitarbeitern ist Kempenich.

Dort sitzen Hauptverwaltung und Logistik. Im Nachbardorf Weibern steht die deutsche Produktionsstätte. An beiden Standorten im Kreis Ahrweiler sind zusammen unter Führung von Reinhard und Thomas Wolff, beide Gesellschafter und Geschäftsführer des 1949 von ihrem Vater Robert gegründeten Unternehmens, rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz 2015 betrug 78 Millionen Euro, 2011 waren es 66 Millionen Euro.

Vor dem Hintergrund positiver Ergebnisse hat das Unternehmen in den Jahren 2012 bis 2015 bereits 5,4 Millionen Euro in Kempenich und Weibern investiert. Dabei ist laut Unternehmenssprecher Stefan Weigel Standortsicherung die Devise. So kündigt Weigel an: „Für die Zukunft sind weitere massive Investitionen geplant. In den nächsten fünf Jahren sind dafür allein im Kreis Ahrweiler 13 Millionen Euro eingeplant.“

Konkret gehe es dabei um die Modernisierung des Standortes Weibern, einen Neubau zur Erweiterung der Lagerkapazitäten im Logistikzentrum am Standort Kempenich sowie um Investitionen in technische Ausstattung und Gebäude.

Abgeschlossen wurde jetzt eine Großinvestition am Produktionsstandort Male Dvorniky in der Slowakei, rund 30 Kilometer von der Hauptstadt Bratislava entfernt, wo mit 200 etwas weniger Mitarbeiter als in der Eifel beschäftigt sind. „4,5 Millionen Euro haben wir für den Kauf und den Ausbau der von uns genutzten Halle aufgebracht“, sagt Firmenchef Thomas Wolff. „Damit haben wir dort beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen.“ Die bislang geleaste Halle wurde von 10 000 auf 13 800 Quadratmeter Nutzfläche erweitert, durch die Umstellung auf Schmalganglager wurde deren Kapazität verdoppelt. Der Maschinenpark wurde durch Neuanschaffungen auf ein neues Leistungsniveau gebracht.

Insgesamt verfügt der Standort in der Slowakei jetzt über 14 Maschinen für die Kunststofffertigung und -verarbeitung, eine neue Krananlage ermöglicht kurze Rüstzeiten und schnelle Werkzeugwechsel. Zusätzlich wurden zwei Kunststoffspritzmaschinen sowie ein CNC-gesteuertes Bearbeitungszentrum eingerichtet. Eine Hochleistungs-Rohrlasermaschine wird in diesen Tagen in Betrieb genommen.

„Mit den Investitionen agieren wir proaktiv, um langfristig für die stetig steigenden Produktionsanforderungen gewappnet zu sein“, erklärt Thomas Wolff die Hintergründe. Auf die Philosophie geht Bruder und Geschäftsführer Reinhard Wolff ein: „Um unser Portfolio sinnvoll zu ergänzen und zu erweitern, fokussieren wir die Bedürfnisse des Handels und der Endverbraucher.“

Auf der Suche nach arbeitserleichternden Lösungen würden die Heimwerker-Projekte komplett nach der Fragestellung „Wie geht es ergonomischer, schneller, präziser?“ durchleuchtet.

Transparent sind für die Mitarbeiter Zahlen, Daten und Fakten des Unternehmens. Darauf hatte schon Gründer Robert Wolff, der gelernter Werkzeugmacher und technischen Zeichner war, Wert gelegt. Der 2010 verstorbene Unternehmer war eine Art Pionier.

Denn schon Anfang der Siebziger Jahren führte er die Beteiligung der Mitarbeiter am Firmengewinn ein, das „Modell Wolfcraft“. Und seit mehr als 20 Jahren gibt es die Betriebskindertagesstätte in Kempenich, die damals die erste ihrer Art im gesamten Norden von Rheinland-Pfalz war. Die Öffnungszeiten des Firmen-Kindergartens richten sich nach den Arbeitszeiten der Angestellten. So wollte es der Gründer, und so soll es auch weiterhin sein.