Ahrweiler Calvarienberg

Ursulinen schließen Internat

AHRWEILER. Das Internat des Ahrweiler Calvarienbergs wird schrittweise geschlossen. Das hat das Generalkapitel der Ursulinenkongregation beschlossen. Gerüchte um Schließung oder Verstaatlichung der beiden Schulen hat Generalassistentin Schwester Gisela Büsgen unterdessen entschieden dementiert.

Das Kapitel und der Generalrat sind die höchsten Autoritäten des Ordens. Das Problem des Ordens in Sachen Internat erläuterte Schwester Gisela Büsgen im Gespräch mit dem General-Anzeiger: "Zwischen dem Betreiben eines Internates und der Trägerschaft von Schulen besteht hinsichtlich der Finanzierung ein grundsätzlicher Unterschied. Für das Internat muss der Träger alleine aufkommen, es gibt weder öffentliche Finanzhilfe vom Land oder der Kommune noch regelmäßige Zuschüsse vom Bistum."

Schwester Gisela Büsgen weiter: "Da wir keine Schwestern als Erzieherinnen einsetzen können und unser Internat nur mit bezahlten Kräften geführt wird, müssten wir von den Eltern mehr als 1000 Euro monatlich bekommen, um kostendeckend zu arbeiten. Das ist aber den Familien nicht zuzumuten, vor allem auch in Anbetracht der vergleichsweise einfachen Einrichtung, denn unser altes Gemäuer hat höchstens einen Harry-Potter-Bonus."

Sowohl Schwester Gisela Büsgen als auch Generaloberin Maria Monheim sehen in der Internatsschließung, in Rede steht ein Zeitraum von drei Jahren, "kein unlösbares Problem für die Familien, weil es immer mehr Ganztagsschulen gibt". Härtefälle sollen vermieden werden. Für den Notfall habe sich ein Ahrweiler Gästehaus angeboten. Nicht von der Schließung betroffen ist laut Aussage von Generaloberin Maria Monheim das Tagesinternat des Calvarienbergs. Die Nachmittagsbetreuung werde nach wie vor gewährleistet. Der Orden, der insgesamt fünf Schulen in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Gymnasium und Realschule), Aachen (Gymnasium), Krefeld (Gymnasium) und Trier Realschule) betreibt, widerspricht "Botschaften", die in den vergangenen Tagen rund um die Pläne zum Internat von Schülern oder Eltern kolportiert wurden.

Schwester Gisela Büsgen: "Gerüchte um Schließung oder Verstaatlichung der Schulen des Calvarienbergs entbehren jeglicher Grundlage." Aktuell hat der Calvarienberg 36 Interne. Der Zeitpunkt der Internatsschließung ist laut Schwester Gisela so gewählt, dass alle betroffenen Oberstufenschülerinnen "noch in Ruhe ihr Abitur machen können". Bei den Realschülerinnen sei das ähnlich, da dort keine Neuen aus den Klassen fünf und sechs aufgenommen worden seien. Die Internatunterbringung kostet Eltern zurzeit 520 Euro pro Monat, wobei die Ferien eingerechnet sind. Verbindlich gekoppelt mit dem Internat ist der Besuch von Gymnasium oder Realschule Calvarienberg.

Das Generalkapitel hat die Situation der fünf vom Orden getragenen Schulen analysiert. "Aber", so die Generalassistentin , "man kann und darf mit einer Schule keinen Gewinn machen." Die Schulgesetze in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen garantierten Schulen in privater Trägerschaft öffentliche Finanzhilfe, wenn der Träger die entsprechenden Bedingungen erfülle. "Im Bistum Trier bekommen wir zuverlässig jedes Jahr einen Sachkostenzuschuss von der Diözese", so Schwester Gisela Büsgen. An ein sogenanntes Schulgeld sei nicht gedacht. Denn jeder Euro Schulgeld würde von den öffentlichen Zuschüssen abgezogen.

Klar davon zu unterscheiden seien freiwillige Spenden, "auf die wir sehr angewiesen sind", sagt die Ordenssprecherin. Dafür habe Schwester Veritas Albers, damals Generaloberin, 1999 den "Verein zur Erhaltung der Schulen in der Trägerschaft der Ursulinenkongregation Ahrweiler" (Mitträgerverein) gegründet, der inzwischen entsprechend dem Vereinszweck die Schulen mit Zuschüssen in Höhe von etwas mehr als einer Million Euro unterstützt habe.