Kreis Ahrweiler

Umweltschützer mahnen durchdachte Strategie zur Windkraft an

Sonnenaufgang am Montagmorgen um 7.25 Uhr im Windpark Weibern-Rieden vom Matthiasberg aus gesehen.

KREIS AHRWEILER. Als "windumspielt und ganz schön verführerisch" bezeichnet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisgruppe Ahrweiler, das Gebiet um die Hohe Acht, dem mit 747 Metern höchsten Berg der Eifel, im Zuge der Windkraft-Diskussion.

Der BUND begrüße die Nutzung der Windkraft als dezentrale, regenerative Energiequelle, habe aber einerseits die Klimaentwicklung und andererseits Landschaften, Tiere und Pflanzen im Blick.

Der Ausbau der Windkraft muss laut BUND begleitet werden von einer drastischen Reduzierung des Stromverbrauchs. Laut BUND-Kreisgruppe Ahrweiler mangelt es dazu an einer erkennbaren Strategie. Zu schnell habe sich Mainz auf die Vorgaben im "Windatlas" auf Flächen mit dem höchsten Winddruck gestützt.

"Nicht hinreichend berücksichtigt wurde die Bedeutung weiterer, wichtiger Faktoren aus dem Bereich Landschafts- und Naturschutz", kritisiert Reinhard van Ooyen, Kreischef des BUND. Das Wirtschaftsministerium habe die Verantwortung für die großräumigen Standortentscheidungen auf die zurzeit noch 161 Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz verlagert, die in der Bauleitplanung sogenannte "Vorranggebiete" und auch Gebiete mit Einschränkungen für die Windkraftanlagen festlegen können. Die Verbandsgemeinden könnten sich jedoch aus dieser Verantwortung ziehen, was in Adenau auch geschehen sei.

Das Argument seien zu hohe Kosten in der Bauleitplanung. Als Folge sei die Entscheidung für die Planung von Windkraftanlagen auf die einzelnen Kommunen (insgesamt 37 in der VG Adenau) bis hin zu Eigentümern einzelner Parzellen verlagert worden. Was sich als basisdemokratische Entscheidung darstelle, drohe, so der BUND, dazu zu führen, dass die einzelnen Gemeinden vor allem die Finanzen im Blick hätten.

Die Gemeinden Adenau, Senscheid, Dankerath, Trierscheid und Müllenbach hätten Landschafts entscheidende Aufgaben aber auch Aufgaben für die Gestaltung der notwendigen Energiewende vor sich. Der BUND hofft, dass die Gemeinderatsmitglieder auch die "gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen". Große Teile des Kreises seien Vogelschutzgebiet mit so Windkraft sensiblen Vogelarten wie Schwarzstorch und Rotmilan.

An Letzteren scheiterten erst jüngst Windkraft-Pläne mit 200 Meter hohen Anlagen in Kempenich auf dem Matthiasberg. Deshalb sollten Windkraftanlagen da gebaut werden, wo sie ökonomisch und ökologisch möglich seien. So im Windpark Weibern-Rieden, wo aktuell zu bereits bestehenden 14 drei neue Anlagen hinzu kommen sollen.

Für Winfried Sander, Vertreter der BUND-Kreisgruppe aus Leimbach, ist es ein "ökologisches Unding", dass zum Teil auf Flächen mit schwerwiegenden Eingriffen geplant werde, die laut Gesetz anders vorgesehen seien. Damit beginne "der Ausverkauf der Eifel an den meistbietenden Investor". Landschaft und "Natur drohten unter die Räder zu kommen".