Museum im Kreis Ahrweiler

Symbol des Kalten Krieges zieht Besucher an

Der Vorsitzende des Heimatvereins "Alt-Ahrweiler", Wilbert Herschbach, ließ die Bunkergeschichte Revue passieren.

AHRWEILER. Als die Bundesregierung 1997 den Rückbau des Ausweichsitzes der Verfassungsorgane des Bundes beschlossen hatte, war das einst geheimste, teuerste und mit 17,3 Kilometern mit Abstand auch gewaltigste Bauwerk der Bundesrepublik zu einem historischen Zeugnis des Kalten Krieges, das niemand mehr haben wollte, mutiert.

Dem Heimatverein "Alt-Ahrweiler" ist es letztlich zu verdanken, dass zumindest ein 203 Meter langes Teilstück der Nachwelt als Museum erhalten geblieben ist. Seit der Eröffnung im Jahre 2008 schreibt die Dokumentationsstätte Regierungsbunker eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Grund genug, das fünfjährige Bestehen mit einem Festakt gebührend zu feiern.

"Als die Museums-Verträge unterzeichnet wurden, war uns nicht klar, welch weitreichende und komplexe Aufgabe uns erwartet", erinnert Wilbert Herschbach an den Tag, als der Heimatverein offiziell die Trägerschaft über das Bunkermuseum übernommen hat. Tatsächlich lässt sich die Entwicklung seit der Eröffnung mit Fug und Recht als Erfolgsgeschichte beschreiben. Denn aus der ursprünglich geplanten Teilzeitöffnung eines Stollens war schnell eine Vollzeitbeschäftigung geworden. War man mit 15 Mitarbeitern gestartet, sorgen heute 60 ehrenamtliche Gästeführer für einen reibungslosen Museumsbetrieb. Bereits im ersten Jahr wurden 72 000 Besucher durch die einzigartige Dokumentationsstätte geschleust. Der von Skeptikern immer wieder befürchtete Rückgang des Publikumszuspruchs ist ausgeblieben. Im Gegenteil: Ein Ende des Bunker-Booms ist nicht abzusehen. "Noch in diesem Monat erwarten wir den 400 000. Besucher", so Herschbach. Damit hat sich die "Dokumentationsstätte Regierungsbunker" längst zum meistbesuchten Museum des Kreises Ahrweiler entwickelt.

"Die Anlage führt uns immer wieder Augen, dass Frieden auf der Welt nicht selbstverständlich ist", betonte Herschbach, dessen besonderer Dank Landrat Jürgen Pföhler galt. In Anerkennung seiner Verdienste um die Errichtung der Dokumentationsstätte überreichte er ihm eine Dankesurkunde. "Für die Unterstützung der Stadt" bedankte er sich bei Bürgermeister Guido Orthen. Der würdigte seinerseits das "beherzte Handeln" des Heimatvereins, der damals den historischen Wert der Anlage erkannt habe. Als Ausdruck der "Wertschätzung und Dankbarkeit" überreichte der Bürgermeister dem Heimatvereinschef das Glaswappen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

"Als Zeichen der Anerkennung" durfte Herschbach zudem eine Urkunde und das Glaswappen des Kreises entgegennehmen. "Dafür, dass ein ehrenamtlicher Verein diese nicht selbstverständliche Herausforderung bis heute gemeistert hat, möchte ich vor allem auch dem Heimatverein meinen Dank und großen Respekt aussprechen", erklärte Landrat Jürgen Pföhler.