Kosten für die Twin-Sanierung

Sanierung kostet mindestens zehn Millionen

Blick von oben: Das Hallen- und Freizeitbad Twin in Bad Neuenahr. FOTO: GAUSMANN

Blick von oben: Das Hallen- und Freizeitbad Twin in Bad Neuenahr.

BAD NEUENAHR. Freizeitbad Twin: Gutachter legt neue Zahlen vor. Kosten für Fliesenarbeiten noch nicht enthalten

"Die Kosten einer Sanierung ohne Attraktivierung und Umgestaltung belaufen sich für das vorhandene Hallenbad auf netto 7,7 Millionen Euro. Die voraussichtlichen Sanierungskosten für das Freibad in den nächsten 25 Jahren belaufen sich vorläufig auf netto 2,6 Millionen Euro." - Das sind die Kernaussagen des neuen Gutachtens der Constrata Ingenieur-GmbH aus Bielefeld zum Hallen- und Freizeitbad Twin in Bad Neuenahr. Etwaige Kosten für eine notwendige Betonsanierung oder auch Fliesenarbeiten in den Becken sind in der Aufstellung noch nicht berücksichtigt.

Im Zuge des aktuell laufenden Beteiligungs- und Entscheidungsprozesses "Sanierung Twin oder Neubau Hallenbad" war die Constrata beauftragt worden, den 2009 verfassten Bericht zur Sanierung des Twin zu aktualisieren und mit aktuellen Kostenansätzen zu hinterlegen. Dabei sollten diesmal aber die seinerzeit diskutierten Attraktivitätssteigerungen - mit Ausnahme der Kosten für eine Erneuerung und Wiederinbetriebnahme der Rutschenanlage - unberücksichtigt bleiben. Zudem sollte die Situation des Freibades für weitere 25 Jahre in die neue Betrachtung einbezogen werden.

Die Gutachter kommen zu ernüchternden Ergebnissen: Die Fassade des 1968 erbauten Hallenbades, das Dach, Einbauten, Fußboden- und Deckenbeläge müssten bis auf den Rohbau zurückgebaut und neu errichtet werden. Tragkonstruktionen seien schadhaft wie auch die gesamte Technik des Hallenbades alters- und nutzungsbedingt verschlissen sei, zudem kaum noch den heutigen Regeln der Technik und geltenden Vorschriften entsprächen. Über mehrere Seiten erstreckt sich die Mängelliste, die auch den Umkleidebereich erfasst. Alleine dort müssten 800 000 Euro investiert werden.

Etwas besser sieht es für das dem Hallenbad angeschlossene Freibad aus. Allerdings: Auch hier gibt es erheblichen Handlungsbedarf. Fliesen und Beckenköpfe seien zu erneuern, Wasserinstallationen, Wärmeversorgungsanlagen oder auch Teile der Energieversorgung müssten auf Vordermann gebracht werden. Insgesamt empfehlen die Gutachter für das Twin "unverzügliches Handeln", wenn die Möglichkeit des Schwimmens gesichert werden soll.

Das Gutachten wurde zunächst den Mitgliedern des Sportausschusses, des Stadtrates und den Moderatoren des laufenden Moderationsprozesses für die Mitglieder des Runden Tisches zur Kenntnis gegeben. Die Stadt hat es auf ihrer Homepage stadt.bad-neuenahr-ahrweiler.de eingestellt. Dort gibt es auch Infos zum Beteiligungsverfahren. GS/frv