Objekte für die Uferlichter werden auf Vordermann gebracht

Rödeln für den Lichterglanz

Mehr als 40 Helfer haben am Sommercamp teilgenommen.

Mehr als 40 Helfer haben am Sommercamp teilgenommen.

BAD NEUENAHR. Auch wenn sie zuweilen hinter wahren Waldreben-Bergen und meterhohen Rankobjekten fast verschwanden, war das Ratschen ihrer Rödelstäbe fast immer zu hören. Ebenso wie die munteren Gespräche, die sie bei der Arbeit führten. Mehr als 40 Helfer haben mit ihrer Teilnahme beim zweitägigen Uferlichter-Sommercamp dafür gesorgt, dass der winterliche Lichterzauber an der Ahr wieder Wirklichkeit werden wird.

Mehr als 100 Kugeln,60 Turmelemente und 50 Rebenwände, -scheiben und andere Dekorationsobjekte haben die eifrigen Ehrenamtlichen an zwei Tagen unter Leitung von Uferlichter-Initiator und Florist Gregor Lersch und seinem Sohn Christian Lersch, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins "Uferlichter Kultur", auf Vordermann gebracht.

Erst schälten sie die lianenartigen Ranken der "Gewöhnlichen Waldrebe", botanisch "Clematis vitalba" genannt, die der Verein aus heimischen Wäldern der Umgegend herangeschafft hatte. Dann befreiten sie Objekte früherer Uferlichter-Winter von altem, schwarz gewordenem Material und ergänzten die zugrunde liegenden Eisenstrukturen mittels Draht, den sie mit dem Rödelstab um die frischen Reben drehten, "weil sie so das Licht im Winter wieder besser reflektieren", erklärte Gregor Lersch.

Schließlich sei Licht in der Dunkelheit ein ursprünglicher Gedanke der Weihnacht. Und das Zusammenwirken der Menschen und die Treffen zwischendurch gehörten zur eigentlichen Kultur des Ereignisses. Ebenso wie das Zusammenspiel mit der Natur. Gregor Lersch: "Das ist mehr als ein paar Lichtelemente hinzustellen."

Ganz nah am Entstehungsprozess

"Die nette Gesellschaft" und "dass man dabei auch etwas lernt", schätzten viele der Wiederholungstäter und derer, die erstmals dabei waren, so wie Johanna Schmidt aus Karweiler. "Die Uferlichter sind einfach immer Pflicht, und jetzt wollte ich mal sehen, wie das alles entsteht. Sie arbeite gerne mit Blumen und im Garten, wobei sie beim Fertigen von Gestecken "talentfrei" sei, "aber das hier geht". Loses Material komme runter, Löcher würden "gestopft" und "man muss zusehen, dass die Kugel wieder rund wird.

"Es macht Spaß bei wirklich jedem Wetter, und beim Dekorieren der Strukturen im Winter können wir uns auch selbst verwirklichen und austoben", sagte Dieter Küpper. Der Bad Neuenahrer Konditormeister im Ruhestand, der schon seit vielen Jahren beim Uferlichter-Camp mitmacht, nimmt nach eigenen Angaben auch Anregungen für die Winterdekoration auf dem Balkon zu Hause mit.

Er bildete ein Team mit Anne Sonntag, die sagte: "Ich bin zugezogen und habe beim Camp in den vergangenen Jahren viele Leute kennengelernt. Was jetzt noch "wie Gerümpel" aussehe, sei im Winter "einfach schön". Und es sei ein besonderes Gefühl, "wenn man durch die Uferlichter geht und weiß, dass man auch mal mit frierenden Fingern mitgemacht hat und hört und sieht, wie die Leute staunen. Das wirkt nach."

Neugierige Zuschauer inklusive

Weil das Sommercamp erstmals nicht auf einer Wiese in Heppingen, sondern am Rand des Kurparks an der Oberstraße stattfand, stießen zuweilen auch neugierige Zuschauer hinzu.

Außerdem bleibe durch die kurzen Wege vom Lager- zum Aufstellort der Objekte mehr Zeit für andere Dinge im Sinne der Uferlichter, sagte Christian Lersch und verriet, dass in diesem Jahr unter anderem die Außen-Kunst von der Akropolis in Richtung Wandelhalle gezeigt werden soll, damit die Besucher nicht so dicht gedrängt seien.

Doch bevor die Lichter leuchten, müssen die Clematiskugeln und -türme noch mit Kiefern- , Tannen- und Fichtenzweigen, Weinreben, Filz und rote Äpfeln geschmückt werden. Dafür und für den Aufbau ab dem ersten Advent werden auch noch Helfer gesucht, und sei es nur für ein paar Stunden. Wer dabei sein möchte, melde sich bei Doris Ronstadt, Tel. 0 26 41/2 41 71, E-Mail: doris.ronstadt@t-online.de.