Maria Laach

Phosphor im Maar gibt weiter Rätsel auf

Eifel-Attraktion Laacher See: Ihm wird trotz des Phosphorproblems "uneingeschränkte Badegewässerqualität" attestiert.

MARIA LAACH. Zumindest im Hinblick auf die Wasserqualität des Laacher Sees brachte die dritte Sitzung des Runden Tisches keine neuen Erkenntnisse.

Die Ergebnisse der aktuellen Messungen ergaben, dass die relevanten Werte weitgehend gleich geblieben sind, so dass Wolfgang Frey vom rheinland-pfälzischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Gewerbeaufsicht zu dem Schluss kommt, dass der ökologische Zustand des Sees nach wie vor als "mäßig mit positiver Tendenz" zu beschreiben ist.

Sorge bereitet nach wie vor die hohe Phosphorkonzentration im Maar. Um der Sache auf den Grund zu gehen, trafen sich gestern erneut zwei Dutzend Vertreter der mit dem Laacher See befassten Behörden, Kommunen und Naturschutzverbände sowie der Abtei.

"Der See ist keine Kloake. Er hat uneingeschränkte Badegewässerqualität", stellte Joachim Gerke von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord einleitend klar. Allerdings habe man es mit einer zu hohen Nährstoffbelastung zu tun. Die gelte es zu reduzieren, um einen guten Zustand zu erreichen.

Die aktuellen von den Experten vorgetragenen Ergebnisse der laufenden Untersuchungsprogramme bestätigten diese Darstellung. Im Hinblick auf die biologischen Qualitätskomponenten wie das Vorkommen wirbelloser Tiere oder Schwebealgen sowie die neuesten Daten der sogenannten Limnochemie des Sees stellte Wolfgang Frey fest, dass Werte im Vergleich zu 2012 weitgehend unverändert geblieben sind.

Der von Gerke als "oberster Seewächter in Rheinland-Pfalz" vorgestellte Experte erklärte, dass der See einen äußerst wertvollen Lebensraum für wirbellose Tiere darstelle und in den Ufersubstraten über gute Sauerstoffverhältnisse verfüge. Allerdings weise das Gewässer nach wie vor einen Phosphorüberschuss auf. Ein positives Fazit zog auch der beim Landesamt für das Grundwasser zuständige Wolfgang Plaul.

Die seit 2012 durchgeführten Messungen hätten ergeben, dass das Grundwasser im Bereich des Laacher Sees "praktisch nitratfrei" sei. Erhöhte Phosphorwerte seien lediglich in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Kläranlage gemessen worden.

Die Ursachen für das Phosphorproblem sind nach wie vor unklar. Fest steht lediglich, dass der Beller Wiesenbach als "relevante Eintragsquelle" ausscheidet. Und Karl-Heinz Köppen von der Gesellschaft für angewandte Geo- und Ingenieurswissenschaften "Wasser und Boden" in Boppard, der sich dem Thema Geologie und Hydrogeologie" widmete, schloss ebenso aus, dass die unerwünschten Stoffe in relevanter Menge über das Grundwasser in den See gelangen könnten. "Niederschlag und Verdunstung sind mit Abstand die größten Austauschkomponenten", erklärte der Diplom-Geologe.

Spannend wurde es schließlich noch einmal, als das Thema "Landwirtschaft" aufgerufen wurde. Unter anderem erläuterte Michael Uhlenbruch, der die 170 Hektar umfassende Landwirtschaft des Klostergutes im Juli 2000 als Pächter übernommen hat, Art, Umfang und Arbeitsweise seines Betriebes. Er betreibt Ökolandbau und bezifferte seinen Viehbestand auf aktuell insgesamt 300 Schweine und Rinder.

Obwohl Hermann Boecker vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in der letzten Sitzung bereits festgestellt hatte, dass "der Betrieb de facto nichts mit der Problematik zu tun hat", forderte Heinz Schlapkohl vom BUND Rheinland-Pfalz gestern eine Reduzierung der Viehdichte. Denn die Phosphorwerte seien an den landwirtschaftlich genutzten Flächen in Seenähe am höchsten. Das Gremium einigte sich darauf, sich dieser Frage in der nächsten Sitzung auf der Grundlage konkreter Daten noch einmal anzunehmen.