Eifelverein

Ortsgruppe des Eifelvereins feiert turbulente 125-jährige Geschichte

BAD NEUENAHR. 35 Bürger trafen sich im Februar 1890 auf Einladung des Neuenahrer Bürgermeisters Adolf Hepke, um die Ortsgruppe des Eifelvereins ins Leben zu rufen. Doch aller Anfang war schwer. Am Sonntag feiert die Ortsgruppe des Eifelvereins ihre turbulente 125-jährige Geschichte.

Zur Generalversammlung 1894 erschienen nur vier Mitglieder, die die Auflösung des Vereins beschlossen. In einer weiteren Versammlung wurde der Beschluss aufgehoben. Beinahe wäre es das also schon gewesen mit dem Neuenahrer Eifelverein, der am Sonntag auf der Hemmessener Hütte das 125-jährige Bestehen feiert.

Die Geschichte der Ortsgruppe war immer wieder von Turbulenzen geprägt. Die Wanderbewegung konnte sich zunächst nicht durchsetzen. 1913 wurde dann erstmals ein Wanderplan erstellt. Die erste der fünf Wanderungen fand am 19. Januar 1913 nach Ramersbach statt. Wanderführer war der Förster Christ. Nun stieg die Mitgliederzahl rasant, 1914 waren es bereits 74 Wanderfreunde, ehe im Ersten Weltkrieg die Vereinsaktivitäten zum Erliegen kamen. Danach ging es wieder stetig aufwärts, bis 1939 auf 237 Mitglieder. In jenen Jahren wurden Wege im Neuenahrer Wald und nach Remagen gezeichnet.

Das Protokollbuch endet mit einem Eintrag über eine Vorstandssitzung am 11. Juli 1939. Auch im Zweiten Weltkrieg gab es kein Vereinsleben. Die Neubelebung des Vereins nach dem Kriege war durch die Bestimmungen der Besatzungsmacht sehr umständlich und schwierig.

Im Jahr 1952 wurde eine Jugendgruppe gegründet. Aber erst nachdem Maria Hilbert 1955 als Jugendwartin beauftragt wurde, entwickelte sich die Jugend- und Tanzgruppe positiv. 1959 hatte sie über 90 Mitglieder.

Höhepunkt des Wandergeschehens waren die 1980er Jahre. Von 1985 bis 1991 fanden jährlich jeweils mehr als 100 Wanderungen statt. Traditionell kümmert sich der Eifelverein um örtliche und überregionale Wanderwege, immerhin führen zwei Hauptwanderwege des Eifelvereins teilweise durch die Region. Im Jahr 2000 wurden im Neuenahrer Wald neun historische Wege neu gekennzeichnet. Diese Wege erhielten die Namen der Gründerväter. In neuerer Zeit beteiligte sich die Ortsgruppe an der Wegefindung und der Erstmarkierung des Ahrsteigs. Das Wegemanagement für den Ahrsteig ist dem Eifelverein-Hauptverein übertragen worden. Zwei Wegepaten der Neuenahrer Ortsgruppe sind seit Bestehen des Ahrsteiges im Einsatz.

Zum Bad Neuenahrer Eifelverein gehört aber auch ein Bauwerk, nämlich der Turm auf dem Neuenahrer Berg. 1872 legte der Neuenahrer Verschönerungsverein dort die Reste einer Burg frei und baute zu den Burgruinen einen passenden Turm. Es wurden neue Wege angelegt und der Berggipfel intensiv als Wanderziel beworben.

Oben bewirtete Wilhelm Josef Ulrich seine Gäste mit kühlen und warmen Getränken. Nach etwa 90 Jahren musste der Turm 1958 wegen Baufälligkeit gesprengt werden. 1970 bildete die Ortsgruppe des Eifelvereins einen "Ausschuss für den Bau eines neuen Turmes auf dem Neuenahrer Berg". Viele Spenden und beträchtliche Eigenleistungen fleißiger Mitglieder der Ortsgruppe ermöglichten 1973 die Errichtung des 15 Meter hohen Turmes, der im Volksmund nur "Langer Köbes" genannt wird. Pate war übrigens Köbes Steinborn, damaliger Vorsitzender.

Im Juni 1972 fand das erste Bergfest für den Turmbau statt. Aktuell kriselt es wieder. Seit Ende der 1990er Jahre ist ein deutlicher Rückgang der Mitgliederzahl und auch der Vereinsaktivitäten festzustellen.

Die Jubiläums-Feierlichkeiten beginnen am Sonntag um 13 Uhr mit einer kurzen Wanderung vom Alter Markt in Bad Neuenahr über den Bereich Bengener Heide zur Hemmesser Hütte. Dort eröffnet die Ortsgruppen-Vorsitzende Anneliese Kley um 15 Uhr den Festkommers.