Hochzeit in Ahrweiler

Ortsbeirat besucht das neue Trauzimmer

Standesbeamter Peter Steinborn (rechts) mit dem Ortsbeirat auf der Traubank und Zuschauern im Weißen Turm.

AHRWEILER. Zugegeben, der Zeitpunkt für einen Lokaltermin des Ahrweiler Ortsbeirates am Dienstagabend war mit 20.30 Uhr schon etwas ungewöhnlich. Doch ungewöhnlich war auch der Ort des Geschehens. Standesbeamter Peter Steinborn "kloppte" freiwillig eine Überstunde und präsentierte dem Gremium um Ortsvorsteher Horst Gies das neue Trauzimmer im Weißen Turm.

"Acht Paare hab' ich hier schon getraut, die Hälfte kam aus Köln. Sie wollten im ältesten Gebäude von Ahrweiler heiraten, weil sie es bei Besuchen an der Ahr so toll fanden", sagte Steinborn. Bislang habe die Stadt das neue Trauzimmer jedoch noch nicht offensiv beworben.

Das soll sich ändern. "Da wollen wir im Internet die Werbetrommel rühren", sagte Steinborn. Denn eine Hochzeit zwischen teilweise mehr als 600 Jahre alten Kunstwerken in einem Gebäude aus dem 13. Jahrhundert sei schon etwas Besonderes.

Das gibt es allerdings nicht zum Nulltarif. Während bei Trauungen im Standesamt des Rathauses 25 Euro Gebühr fällig sind, fallen bei Hochzeiten im Weißen Turm 200 Euro Miete für den Raum plus 100 Euro Gebühr an. Aber: In dem früheren gräflichen Wohnturm kann auch samstags standesamtlich geheiratet werden.

Weitere Besonderheit: Die Brautleute sitzen nicht auf Stühlen, sondern auf der Brautbank ohne Lehne. Das kommentierte Gies so: "Wer heutzutage heiratet, braucht Rückgrat."