Einweihung in Dernau

Neues Tor für den Judenfriedhof

Matthias Bertram (rechts) öffnet den Gästen aus Israel das neue Tor des Judenfriedhofes. FOTO: BERND SCHREINER

Matthias Bertram (rechts) öffnet den Gästen aus Israel das neue Tor des Judenfriedhofes.

DERNAU. Nur wenige Wochen hat es gedauert, bis eine private deutsch-israelische Gruppe das Projekt zur Errichtung des neuen Tores am Jüdischen Friedhof in Dernau vom ersten Entwurf bis zu Einweihung abschließen konnte.

Sieben Besucher aus Israel, Nachkommen der Familie Heymann, hatten die Reise nach Ahrweiler und Dernau unternommen, um bei dieser kleinen Zeremonie dabei sein zu können. Bei dieser Gelegenheit wurden die Schriftplatten, die in Israel, in Hebräisch und in Deutsch, gefertigt wurden, am bereits montierten Tor angebracht.

Elchanan Heymann, der heute als Leiter einer Grundschule in Stuttgart arbeitet und dort unter anderem Hebräisch und jüdische Religion lehrt, sprach ein Gebet, sein Bruder Uri Heymann begrüßte unter anderem Pastor Lothar Anhalt und die Gäste aus dem Ahrkreis. Pastor Anhalt erinnerte an die gemeinsamen Wurzeln der Religionen.

Bei der anschließenden Begehung des Friedhofes wurde intensiv auf die Ursprünge der jüdischen Gemeinde Dernau, dokumentiert seit 1609, eingegangen und von Annemarie Müller Feldmann aus Bad Neuenahr insbesondere die Geschichte der vielen Grabstellen der Familie Heymann erläutert.

Der Zeremonie war ein Besuch des ehemaligen Hauses der Familie Heymann an der Hauptstraße in Dernau vorausgegangen. Die heutige Besitzerin, Gustel Lindener, die viele Details des Hauses liebevoll erhalten und renoviert hat, berichtete Gästen von der Geschichte des Hauses, das um 1650 erbaut wurde.

Das neue Tor am Friedhof wurde laut Initiator Matthias Bertram aus der Kreisstadt nötig, "da das alte Holztor seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte". Für die Neukonstruktion wurde ein transparentes Design gewählt, das den Blick auf den Friedhof öffnet. Einige wesentliche Elemente des jüdischen Kultus wurden in das eiserne Tor integriert.

So links und rechts unten der Davidsstern, zentral in der Mitte die beiden Schrifttafeln, zum einen mit dem Hebräischen Text, der üblicherweise als Schlusssatz auf den jüdischen Grabsteinen steht. (sinngemäß: "Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.") und zum anderen eine Schrifttafel mit den Worten "Stilles Gedenken". Gekrönt wird das Tor mit der Darstellung der jüdischen Menorah, dem siebenarmigen Leuchter.

Die Schriftplatten zum Tor wurden in Jerusalem von Micha Adler, einem Urgroßenkel von Leopold Heymann (geboren in Dernau, gelebt in Ahrweiler und Neuenahr, gestorben in Neuenahr) hergestellt und gestiftet. Die Firma Metallbau Broll aus Gelsdorf baute das Tor zum Selbstkostenpreis und montierte es vor Ort. Eine großzügige Spende von "Petras Lädchen" in Bad Neuenahr half, einen wesentlichen Teil der Kosten abzudecken.