Erneuerbare Energien

Neue Stromleitungen für Windkraft

Vorhandene Strommaste werden für die neue Leitung durch den Kreis Ahrweiler genutzt.

Vorhandene Strommaste werden für die neue Leitung durch den Kreis Ahrweiler genutzt.

SINZIG. Die bestehenden Freiluftmasten im Kreis Ahrweiler werden genutzt, um Strom aus Windkraft von Norddeutschland in den Süden zu leiten. Investition in Milliardenhöhe.

Ultranet nennt sich die neue Gleichstromverbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Rund 2000 Megawatt elektrische Leistung kann die 340 Kilometer lange Leitung übertragen. Die Leitungen werden auch durch den Ahr-Kreis führen. Dabei bedient man sich allerdings der vorhandenen Wechselstromtrassen. Über Fritzdorf, Bad Neuenahr, Heppingen, Löhndorf, Oberbreisig und weiter in Richtung Andernach werden die Freiluftkabel führen. In Sinzig wurden nun interessierte Bürger informiert.

„Amprion“, an der Firma ist unter anderem RWE beteiligt, baut und plant das Ultranet, das von Emden in Norddeutschland bis nach Philippsburg führt und Strom aus Erneuerbaren Energien, gewonnen aus Windkraft, transportieren wird. Alleine das Teilstück ab Düsseldorf werde mehr als eine Milliarde Euro kosten, erklärte Amprion-Sprecherin Joelle Bouillon. Besonders teuer seien die noch zu bauenden Konverter.

Das Besondere im Kreis Ahrweiler: Erstmals sollen Gleich- und Wechselstrom mit einer Spannung von 380 Kilovolt auf denselben Masten übertragen werden. „Indem wir dafür die bereits bestehenden Trassen nutzen, steigern wir die Leistungsfähigkeit unseres Netzes effizient und ressourcenschonend“, so Bouillon.

2019 soll das Netz stehen. Zuvor ist ein umfangreiches Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren zu absolvieren, unterlegt mit Bürgerbeteiligungen und -informationen. Dabei ändert sich gerade im Kreis Ahrweiler für die Bürger nichts. Sie werden selbst von den Bauarbeiten so gut wie nichts mitbekommen, da vorhandene Leitungen genutzt und lediglich umgerüstet werden. Nur kleinere Umrüstungen an den Masten werden nach Mitteilung von Amprion nötig sein. Beispielsweise werden die Isolatoren – die Befestigungspunkte der Seile am Mast – ausgetauscht, weil sie für Gleichstrom nicht geeignet sind.

„Die Grenzwerte für pulsierende elektrische Felder werden eingehalten“, unterstrich Bouillon. Sie liegen bei fünf Kilovolt pro Meter und werden nach Amprion-Auskunft deutlich unterschritten. Der Vorteil der neuen Leitungen soll darin liegen, dass beim Transport nur wenige Stromverluste zu verzeichnen sein sollen.