Von Sevilla nach Santiago de Compostella

Mit dem Rad zum Grab des Jakobus

LANTERSHOFEN. Ein bebilderter Bericht über die Ruta de la Plata.

Trotz tropischer Hitze waren am Freitagabend knapp 40 Interessierte in den Lantershofener Winzerverein gekommen, wo der Bad Breisiger Hannsjörg Pohlmeyer in einem bebilderten Vortrag über seine 1000 Kilometer lange Radtour auf dem Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela berichtete. Eigentlich wollte Pohlmeyer die Route durch Nordspanien nehmen, dort herrschte aber mehr oder weniger "Ausnahmezustand", nachdem unter anderem Komiker Hape Kerkeling mit seinem Buch "Ich bin dann mal weg" einen wahren Pilgerboom ausgelöst hatte.

"Da ging es nicht mehr ums Pilgern, es war mehr eine alltägliche Rallye mit dem Ziel, am Abend in einem der Pilgerunterkünfte noch ein Bett zu erhaschen", so Pohlmeyer. Er entschied sich für eine andere Route, nämlich die so genannte Silberstraße. Die ist weit weniger populär, berichtete der Jakobsbruder.

Rund 225 000 Pilger nutzen derzeit jährlich den "Camino Frances" durch den spanischen Norden, nur rund 8000 pilgern von Sevilla aus. Und weil Pohlmeyer mit dem Rad unterwegs war, fuhr er nicht über den Wanderweg, sondern meist über eine kaum benutzte Nationalstraße. "Da begegneten einem auf 60 Kilometern oftmals nur eine Handvoll Autos.

In Lantershofen referierte Hannsjörg Pohlmeyer über seine einzelnen Etappen, sprach von der Anstrengung, dem Einsam sein auf der Straße um den immer freier werdenden Kopf.

Ausführlich berichtete er über die kulturellen Sehenswürdigkeiten gerade in Asturien, den ärmlichen Verhältnissen in der Extremadura oder den großartig erhaltenen Bauwerken vieler Epochen, nicht nur in der Weltkulturerbe-Stadt Salamanca, sondern in Merida, Zamora und vielen weiteren kleinen und größeren Ortschaften auf der Reise. Pohlmeyer berichtete von den Menschen, die er auf der Tour kennenlernte, wie beispielsweise eine 79-jährige Fußpilgerin.

Er gab Tipps zu den besten Pilgerzeiten, Übernachtungsmöglichkeiten und Gepäck und dürfte so manchen Besucher nachdenklich gemacht haben, sich einmal auf diese Route zu machen.

Auch Hannsjörg Pohlmeyer ließ die Silberstraße keine Ruhe, er fuhr die Strecke noch ein zweites Mal ab, dieses Mal aber mit dem Auto.