DGB Koblenz

Mehr Minijobs und Teilzeitstellen

KREIS AHRWEILER. DGB Koblenz wertet Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung für den Kreis Ahrweiler aus.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass Formen atypischer Beschäftigung immer mehr zunehmen, was deutliche Folgen für die Alterssicherung haben wird." So äußerte sich Gabi Weber, Regionsgeschäftsführerin des DGB in Koblenz zu den neuesten Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) für die Landkreise der DGB Region. Als atypisch gelten: Teilzeit, Leiharbeit und Minijobs.

Für den Kreis Ahrweiler belegen die Zahlen, dass 2003 insgesamt 27.671 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse bestanden. In 2013 waren es 30.295, eine Zunahme um mehr als 2400 Beschäftigte. Weber: "Beim Blick ins Detail ändert sich die positive Bewertung der Situation jedoch." Gab es 2003 im Kreis Ahrweiler 4378 Teilzeitstellen, zeigt die Statistik in 2013 mehr als 8300. Dazu kommen noch die nicht als sozialversicherungspflichtig angesehenen Minijobs: In der gleichen Zeit stieg ihre Zahl von 9104 auf 13 841.

Die Statistik belegt laut DGB außerdem, dass die Zahl der nebenberuflichen Minijobs in diesem Zeitraum gravierend angestiegen ist: von 1766 Stellen auf 4519. Sie habe sich damit mehr als verdoppelt. Die Zahl der Frauen, die nebenberuflich einen Minijob ausüben, wuchs von 946 auf 2436 an, bei den Männern stieg die Zahl von nebenberuflichen Minijobbern von 820 auf 2083.

Weber interpretiert die Zahlen so, dass Arbeitnehmer zunehmend so wenig verdienen, dass sie noch einen zweiten Job ausüben müssen. "Allein im Kreis Ahrweiler sind dies mehr als 2400 Frauen und 2000 Männer. Das darf nicht sein. Hier wird der Mindestlohn ab dem 1. Januar hoffentlich eine deutliche Verbesserung bringen."

Untermauert werde dies dadurch, dass sich die Zahl der Teilzeitstellen im gleichen Zeitraum im Kreis fast verdoppelt habe. Davon seien fast ausschließlich Frauen betroffen. 2013 hätten sie 6911 der 8313 Teilzeitstellen inne gehabt, 2003 seien es 3943 von 4378 gewesen. Weber: "Das heißt, hier hat sich anteilsmäßig nicht viel verändert, aber die absolute Zahl derer, die in Teilzeitarbeit sind, wird größer." Dem entspreche, dass die Zahl der Vollzeitstellen von 23291 auf 21981 im Kreis gesunken sei. "Ich bedauere diese Entwicklung", sagte Weber, "sie wird dazu führen, dass im Kreis immer mehr Arbeitnehmer geringere Renten erhalten."