Demografie in Bad Neuenahr

In der Bad Neuenahrer City fehlen die Kinder

Blick auf die Kernstadt von Bad Neuenahr: Nur in sieben Prozent der Haushalte leben dort Kinder.

Blick auf die Kernstadt von Bad Neuenahr: Nur in sieben Prozent der Haushalte leben dort Kinder.

KREISSTADT. Neue Datensammlung der Kreisstadt beinhaltet auch demografische Entwicklung und Ausländeranteil

Wenn es um Kinder geht, dann ist es um die Kernstadt Bad Neuenahr schlecht bestellt. Auf gut 45 Hektar zwischen Telegrafen- und Wendelstraße, Kurgarten- und Unterstraße leben zwar 2746 Menschen, doch 93 Prozent der Haushalte sind kinderlos. Der Ausländeranteil beträgt 14 Prozent, die Hälfte der Bewohner ist zwischen 20 und 64 Jahren alt. Die meisten Bewohner wohnen zehn und mehr Jahre in diesem Quartier.

Dieses Zahlenwerk hat das städtische Bauamt für den kompletten Stadtteil Bad Neuenahr ermittelt. "Eine Fleißarbeit", wie Bürgermeister Guido Orthen am Montagabend im Stadtrat unterstrich. Anlass war ein Antrag der Grünen aus dem Februar 2012 zur Prüfung einer Erhaltungs- und Milieusatzung als Planungsinstrument für Bad Neuenahr.

Erhebungsgebiete waren neben der Kernstadt die Baugebiete Auf den Steinen, Danziger Straße, Mörikestraße, West- und Hemmesser Straße, In der Held, die Mosch-Siedlung am Johannisberg, Peter-Fix-Straße, die Bick-Siedlung an der Portugieser Straße, Blankenheimer Straße und Monschauer Straße.

Ein Blick in die Auswertung: Bei einem Gesamt-Ausländeranteil im Stadtteil Bad Neuenahr von elf Prozent hat die Moschauerstraße den höchsten Anteil: 20 Prozent. Dort und in der Blankenheimer Straße gibt es mit 15 und 21 Prozent auch die meisten Haushalte mit Kindern. Im Mittel haben 88 Prozent der Haushalte keine Kinder. Eine Fülle von Daten auf knapp 90 Seiten, die demnächst in die Beratungen der Fraktionen einfließen sollen. Das wünschten sich Wolfgang Schlagwein für die Grünen und Bürgermeister Guido Orthen unisono.

Das Zahlenwerk aus dem Bauamt führte jedoch auch zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzungen für eine Erhaltungssatzung unter anderem wegen "unverhältnismäßig kosten- und zeitaufwendigen Erhebungen" nicht vorliegen.

Worin Schlagwein kein Problem sah. Denn auch "unabhängig von einem förmlichen Satzungsbeschluss" könnten die Daten als "Grundlage für weitere Maßnahmen" gesehen werden. Dieses analog zu den Gestaltungssatzungen der Stadt mit "informellem Dialog der Beteiligten".

Grund für Verwaltung und Rat, den Beschlussvorschlag, von entsprechenden Satzungen abzusehen, komplett zu streichen. So sprach denn auch Orthen von einer "interessanten und umfänglichen Arbeit", die wertvoll dafür sei, die "Entwicklung der Stadt zu begleiten und zu beeinflussen". Es sei eine "gute Maßnahme" um den den Weg zu weisen.

Schlagwein wünschte sich unwidersprochen noch eine Ergänzung: Die Entwicklung der Mietpreise auch im Verhältnis zum Kreis soll in die Datensammlung einfließen.