Regionalbüro Eifel-Ahr

Gerade eröffnet, schon Kritik

KREIS AHRWEILER. Gerade erst hat das Regionalbüro Eifel-Ahr im Ahrweiler Kreishaus mit zwei Leuten und ministeriellem Segen von Eveline Lemke und großem Festakt im Are-Gymnasium seine Arbeit aufgenommen (der GA berichtete), schon gibt es Kritik am Gesamtkonzept Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Denn bis Mitte März sollen insgesamt neun Regionalbüros der Energieagentur Rheinland-Pfalz ihre Arbeit aufnehmen, vier davon im Norden des Landes, wie eben in Ahrweiler. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz, beim offiziellen Startschuss durch ihren Kreisstadt-Geschäftsführer Bernd Greulich vertreten, kritisiert diese Entwicklung.

"Die Energieagentur entwickelt sich in die vollkommen falsche Richtung", kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel. In Sachen Energieberatung und Energieeffizienz gebe es bereits etliche etablierte Akteure, deren Leistungen von Kommunen, Unternehmen und Privathaushalten in Anspruch genommen werden können.

Aus Sicht der IHK Koblenz hätte die Energieagentur lediglich als Wegweiser zu den bestehenden Angeboten einen Mehrwert. "Dafür ist der jetzige Strukturaufbau aber nicht notwendig", so Rössel. Die Kammern im Land hätten bereits im Herbst 2012 bei einer Stellungnahme zur Entwicklung der Energiewende deutlich gemacht, dass eine Erweiterung der Geschäftsaktivitäten der Agentur maßgeblich vom Kundenbedarf abhängen müsse - und dieser im Vorfeld entsprechender Entscheidungen detailliert analysiert werden sollte.

Die IHK hinterfragt in diesem Zusammenhang auch den Zuspruch mancher kommunaler Entscheidungsträger zur Ansiedlung der Regionalbüros in den eigenen Verantwortungsbereichen. "Auf der einen Seite klagen viele über die Verschuldung des Landes und die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen, auf der anderen Seite wird die Schaffung einer neuen Landesbehörde mit 60 Mitarbeitern und einem jährlichen Etat von mehr als 4,5 Millionen Euro begrüßt. Das passt nicht zusammen. Die Energieagentur hätte viel schlanker aufgestellt werden müssen", betont Rössel.