Grafschafter Haushalt

Geld für Kindergärten wird zum Problem

GRAFSCHAFT. Die Schaffung neuer Kindergartenplätze bereitet der Gemeinde Grafschaft zunehmend Kopfschmerzen. Vermutlich werden im kommenden Jahr 3,5 Millionen Euro aufzubringen sein, um unter anderem dringend erforderliche Sanierungen zu finanzieren.

Insbesondere die Übernahme der kirchlichen Kindergärten in Lantershofen und in Gelsdorf schlagen ins Kontor - und das bei dringendem Handlungsbedarf. Denn - wie in anderen Kommunen auch - soll auf der Grafschaft jedes Kind einen Kindergartenplatz bekommen können, auch die unter Dreijährigen.

"Trotz erwirtschafteter Mehreinnahmen im laufenden Haushaltsjahr hat sich das ohnehin schon prognostizierte Defizit im Gemeindehaushalt weiter verschlechtert", berichtete Bürgermeister Achim Juchem gestern Abend im Gemeinderat. Aber nicht nur wegen der Kindergartensituation, sondern auch wegen der Kosten, die mit dem Starkregenereignis im vergangenen Juni zusammenhängen.

Darüber hinaus gibt es einen nicht unerheblichen Finanzmehrbedarf beim Mensabau an der Grundschule/Kindergarten in Ringen.

Wenngleich auch die Einnahmeseite durch ein erhöhtes Gewerbesteueraufkommen verbessert werden konnte und auch der Anteil an der Einkommensteuer höher als ursprünglich errechnet ausfiel, so wird das Haushaltsjahr 2013 mit einem dicken Minus abschließen. Auf 1,1 Million Euro beläuft sich der Fehlbetrag bei Gesamteinnahmen von 17,4 Millionen, denen aber erhöhte Ausgaben von 18,5 Millionen Euro gegenüberstehen.

Etwa so hoch ist übrigens auch die Gesamtverschuldung der Gemeinde Grafschaft: An langfristigen Verbindlichkeiten drücken rund 18,76 Millionen Euro. Bedingt durch anstehende Investitionsmaßnahmen und damit einhergehenden Verpflichtungsermächtigungen gerade im Kindergartenbereich war am Donnerstagabend im Gemeinderat die Verabschiedung eines Nachtragshaushaltes erforderlich, der dann auch beschlossen wurde.

Thema in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung war der geplante Bau eines Güllebeckens auf einem Acker in Gelsdorf. Bekanntlich wehren sich Bürger gegen befürchtete Geruchsbelästigungen, und sie haben Angst vor Überdüngungen. Hierüber wird gesondert berichtet.