Erlebnistage

Förderverein Archäologie und Museumskultur lud in den Ahrweiler Wald

Einige alte römische Mauern sind inzwischen im Ahrweiler Wald freigelegt.

14.10.2012 AHRWEILER. Einen Einblick in den Alltag der Römer erhielten die Besucher der "Erlebnistage Eisen", zu denen der Förderverein Archäologie und Museumskultur Bad Neuenahr-Ahrweiler am Wochenende rund um die römerzeitliche Eisenverhüttungsanlage im Ahrweiler Wald eingeladen hatte.

Durch einen aus Bruchstein errichteten Torbogen betreten die Teilnehmer einer Führung das sogenannte "Haus 1". "Hier stehen wir im ehemaligen Küchentrakt, sozusagen der Kantine der Römer", erklärt Bernd Walther den Zuhörern. Im Nebenraum habe sich die "Spülküche" befunden. Davon zeuge das etwa zwei Quadratmeter große Frischwasserbecken, in dem das Essgeschirr gesäubert worden sei.

Die Entwicklung am "Haus 1" steht exemplarisch für den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten, die die Mitglieder des Projektkreises in ihrer Freizeit unermüdlich vorantreiben. Denn Förderverein und Projektkreis setzen sich mit großem Engagement nicht nur für Ausgrabung und Erforschung ein, sondern ebenso für den Erhalt der spektakulären Anlage, die als die am besten erhaltene ihrer Art nördlich der Alpen gilt.

Wind und Wetter hatten den Mauerresten derart zugesetzt, dass ganze Gebäudeteile abgetragen waren. Noch im Frühjahr 2010 hatte sich Besuchern ein trostloses Bild geboten. Doch dank der Arbeit der Männer um Projektkreisleiter Bernd Walther präsentiert sich die derzeit aus vier freigelegten Häusern bestehende Anlage in gutem Zustand, so dass Besucher einen lebhaften Eindruck von Aussehen und Ausmaß der vom 1. bis 4. Jahrhundert bewohnten Römersiedlung erhalten.

Zahlreiche Aktionen und Angebote sorgten auch am Wochenende dafür, dass große und kleine Römerfreunde "Archäologie zum Anfassen" erleben konnten. Als römische Kräuterexpertin entpuppte sich etwa Eva-Maria Kreuter. Stilecht in eine edle Tunika gehüllt, präsentierte sie ihr "römisches Buffet".

Die Bandbreite der von ihr nach römischen Rezepten zubereiteten Snacks reichte von Mostbrötchen über Fleischbällchen bis hin zu gefüllten Datteln. Kinder hatten ihren Spaß bei römischen Spielen. Sie warfen mit Tannenzapfen auf eine aus Stroh gefertigte Zielscheibe oder kullerten mit Nüssen um die Wette. Am Sonntag wurde auch der nachgebaute Rennofen in Betrieb genommen. Bis an den Rand mit Holzkohle gefüllt, wird in dem mannshohen aus Lehm und Strohhäcksel errichteten Gebilde eine Temperatur von 1300 Grad Celsius erreicht.

Walther und seine Mitstreiter haben in den vergangenen drei Jahren über 3500 Stunden Arbeit in die Anlage gesteckt. Der Förderverein hat im gleichen Zeitraum rund 31 000 Euro aufgebracht, um die Anlage erforschen und restaurieren zu können. Bislang sind erst etwa elf Prozent der sich auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern erstreckenden Römersiedlung freigelegt. (Christoph Lüttgen)