Kreistag

Die FDP taumelt weiter abwärts

Der Kreistag setzt sich neu zusammen. Stärkste Fraktion bleibt die CDU.

KREIS AHRWEILER. Der neue Kreistag steht fest. Dabei erweisen sich CDU und SPD bei den Kommunalwahlen als Konstante, während es bei den kleineren Parteien erhebliche Turbulenzen gibt. AfD und Linke sind erstmals vertreten. CDU und SPD stabil. Grüne mit Gewinnen.

So setzt die FDP auch im Kreis Ahrweiler ihren Sturzflug fort und verliert fast die Hälfte ihrer Wähler, während die Euro-kritische AfD erstmals in den Kreistag einziehen wird. Gleich drei Sitze wird die "Alternative für Deutschland" im Ahrweiler Kreishaus besetzen können, während die FDP gar unter die bei den Kommunalwahlen allerdings nicht relevante Fünf-Prozent-Hürde rutscht und nur noch mit zwei Mandaten vertreten sein wird. Ebenfalls neu im Kreistag sind die Linken: ein Zwei-Prozent-Stimmenanteil sorgt für einen Sitz im neuen Kreisparlament, den Marion Morassi einnehmen wird. Erstmals in der Nachkriegsgeschichte wird nun also eine linke Gruppierung in das Parlament im Kreishaus einziehen. Stabil zeigen sich die Grünen, die leicht zulegen können. Keine Rolle spielen hingegen die Piraten - die Euphorie vergangener Tage scheint vorbei. Zu den großen Wahlverlierern gehört neben den Liberalen die FWG. Die Freien Wähler müssen bei der Kreistagswahl in allen Kommunen kräftig Federn lassen.

So sinkt der Stimmenanteil der FWG in der Kreisstadt von 12,7 Prozent auf 7,9 Prozent, in Remagen von 9,8 auf 6,9 Prozent oder auf der Grafschaft von 13,7 auf 10,7 Prozent. Heftige Verluste gab es gar in der FWG-Hochburg, dem Brohltal, wo die Freien Wähler vor fünf Jahren mehr als 25 Prozent der Stimmen bekamen. Nun waren es noch 19,7 Prozent. Man wolle in den nächsten Tagen in Ruhe analysieren, woran es gelegen hat, meinte Spitzenkandidat und Kreisvorsitzender Hans Boes gestern kurz nach der Auszählung. Übrigens hatte die Gruppierung in einzelnen Ortschaften bewusst auf Wahlkampf-Plakatierungen verzichtet.

Für die FDP kommt es indes zu wahren Einbrüchen: 15 Prozent hatte man bei der Kreistagswahl im Jahre 2009 beispielsweise auf der Grafschaft geholt. Diesmal sind es dort 4,9 Prozent - ein Verlust von 10,1 Prozentpunkten. Hoch auch die Verluste in Sinzig: nur noch 4,8 Prozent statt der vor fünf Jahren erreichten neun Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich für das Abschneiden der Liberalen in Remagen. Von 10,4 Prozent sinkt man in der Römerstadt auf einen Stimmenanteil von nur noch 5,2 Prozent. Damit hat sich das Stimmenpotenzial der FDP in Remagen exakt halbiert. Nicht viel anders sieht es in der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler aus. Hier rutscht die FDP von 10,8 auf 5,6 Prozent.

Ausschläge für die großen Parteien CDU und SPD gibt es bei der Kreistagswahl nur vereinzelt, ansonsten zeigen beide Gruppierungen in der Gesamtbetrachtung viel Stabilität. Das Gros der Menschen im Kreis Ahrweiler zeigt sich bei der Kreistagswahl nur wenig experimentierfreudig.

Dennoch gibt es auch für die großen Volksparteien kleinere Verschiebungen. Für die Union gibt es auf der Grafschaft leichte Zuwächse (plus 2,2 Punkte), in Sinzig jedoch einen auffallenden Verlust von 4,1 Punkten. Auch die SPD sinkt dort von 19,4 auf 17,5 Prozent, kann hingegen auf der Grafschaft von 19,6 auf 21,5 Prozent zulegen. Anders in Remagen: Bei den Kreistagswahlen verlieren die Sozialdemokraten 3,7 Prozentpunkte.

Die Grünen hingegen können gerade in der Römerstadt ein stattliches Ergebnis vorlegen: Fast 17 Prozent erreicht die Öko-Partei am Rhein - ein Spitzenergebnis im Kreis Ahrweiler. Allerdings hatten die Grünen bereits vor fünf Jahren in Remagen mit 14,1 Prozent gut im Rennen gelegen. Den Wahlkampf gestalteten die Grünen über Wochen mit zahlreichen Veranstaltungen.