Landratswahl in Ahrweiler

Der Platzhirsch

Nach der Entscheidung der SPD, keinen Gegenkandidaten zu stellen, geht Amtsinhaber Jürgen Pföhler quasi als "Platzhirsch" in die Landratswahl. Das Foto entstand im März 2014 bei der Hauptversammlung des Rotwildringes Ahrweiler-Mayen in Kempenich vor der Trophäen-Lehrschau der Kreisjägerschaft.

KREIS AHRWEILER. "Die SPD im Kreis Ahrweiler hat nach intensiven Beratungen entschieden, keinen eigenen Personalvorschlag für die Landratswahl am 10. Mai einzubringen." Das teilte Kreisvorsitzender Bernd Lang nach einer Sitzung des Kreisvorstandes in der Nacht zum Dienstag mit.

"Der Kreisvorstand zeigte sich zwar kritisch mit der Amtsführung des aktuellen Landrats am Beispiel des katastrophalen Wertverfalls der im Kreisbesitz befindlichen RWE-Aktien sowie das Abtauchen und die Sprachlosigkeit nach den Fehlentwicklungen am Nürburgring."

Im Hinblick auf die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag hätten die Sozialdemokraten jedoch davon abgesehen, einen Gegenkandidaten zu positionieren. "Bei der Konstituierung des Kreistages hat sich gezeigt, dass sich die Wahlverlierer FWG und FDP auf einen Handel mit der CDU eingelassen haben. Bei der Überlassung des zweiten Kreisbeigeordneten an die Freien Wähler und bei der Vergabe von Leihstimmen an die FDP bei der Besetzung von Gremien ist dieser Handel nur allzu deutlich geworden", erinnerte SPD-Kreistagsfraktionschef Lorenz Denn an die erste Sitzung des neu gewählten Kreisparlaments im Sommer.

"Die Wahl ändert an den Mehrheitsverhältnissen im Kreistag nichts. Diese Konstellation steht einem Neustart in der Kreispolitik im Wege. Deshalb hat sich die SPD dazu entschlossen, keinen eigenen Personalvorschlag zu machen", so Lang nach der Sitzung.

Reaktionen der Fraktionen

Wolfgang Schlagwein, Sprecher der Grünen im Kreistag und seit Anfang Januar Mitglied des Landtages: "Die internen Entscheidungen der SPD oder auch anderer Parteien in der L-Frage möchte ich nicht kommentieren, egal, wie sie ausgefallen sind oder noch ausfallen werden."

Marion Morassi, als Linke Mitglied der Grünen-Fraktion: "Für mich ist die SPD schon seit vielen Jahren zur kleineren CDU mutiert. Die inhaltlichen, politischen Unterschiede zwischen SPD und CDU sind nur noch minimalst zu erkennen, wenn überhaupt! "

Johannes Hüdepohl, AfD: "Eine Kommentierung von internen Entscheidungen anderer Parteien nehmen wir in der Regel nicht vor. Die Entscheidung der SPD sowie die genannten Gründe nehmen wir zur Kenntnis."

Ulrich van Bebber, FDP: "Wir Liberale unterstützen jetzt den amtierenden Landrat Jürgen Pföhler. Wir haben in den vergangenen acht Jahren sehr gut mit ihm zusammengearbeitet und ihn als verlässlichen Partner schätzen gelernt."

Jochen Seifert, FWG: "Dass die SPD keinen Kandidaten stellt, ist an sich nicht wert groß zu diskutieren. Die Begründungen, die man anführt, zeigen die Kreis-SPD jedoch als schlechten Verlierer bei der Besetzung der Beigeordneten (die immer noch in geheimer Wahl gewählt werden) und Kreisgremien."

Karl-Heinz Sundheimer, CDU: "Ungeachtet der üblichen kritischen Bemerkungen der SPD sieht die CDU darin letztlich eine Bestätigung der gemeinsamen Kreispolitik mit dem Landrat der letzten Jahre. Dazu passt unter anderem, dass die SPD dem vom Landrat eingebrachten 170-Millionen-Euro-Haushalt 2015 ohne Wenn und Aber zugestimmt hat."

Die Landratswahl

Wahltermin: Über den Wahltermin entscheidet letztendlich die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier (ADD). Der Kreis- und Umweltausschuss wird bei seiner nächsten Sitzung am Montag, 19. Januar, den 10. Mai vorschlagen. An dem Tag soll auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal gewählt werden.

Fristen: Nach der Ausschreibung haben neben Parteikandidaten auch Einzelkandidaten die Möglichkeit, sich bis zum 23. März zu bewerben.