Nicht überall im Kreis Ahrweiler gibt es Breitbandversorgung

Das schnelle Internet lahmt

KREIS AHRWEILER. "DSL für alle", "Schnelles Internet für jedermann" lautete das ambitionierte Ziel vor einigen Jahren. Inzwischen wurde die Breitbandversorgung im Kreis Ahrweiler stark ausgebaut, in Zukunft soll es gar noch höhere Übertragungsraten geben.

"Schnelle Internetverbindungen sind wichtige Faktoren, die über die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit eines Wohn- und Wirtschaftsstandortes entscheiden", sagte Landrat Jürgen Pföhler gestern.

Gemeinsam mit den hauptamtlichen Bürgermeistern des Landkreises zog er eine Zwischenbilanz. Fazit: Während die meisten Städte und Gemeinden in Sachen Internetanbindung gut aufgestellt sind, gibt es sehr wohl noch so manche weiße Flecken auf der Landkarte. Gerade in Teilen des ländlichen Raums muss trotz aller Kraftanstrengungen noch von einer Unterversorgung gesprochen werden.

Im April 2007 überwogen die weißen Flecken auf der Karte des Kreises Ahrweiler, auf der die Ortsgemeinden und Ortsteile abgebildet sind. Weiß bedeutet: Hier war Breitband verfügbar, allerdings lediglich mit einer Datenrate von weniger als zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Klar in der Minderheit waren grüne Flächen, die für eine Versorgung von mehr als zwei Mbit/s standen.

Schon damals nicht schlecht versorgt waren die Städte an der Rheinschiene sowie die Kreisstadt. Heute dominiert die Farbe Grün auf der Kreiskarte, wie Landrat Pföhler zufrieden feststellte. Aber: Weiße Flecken gibt es nach wie vor. Dies gerade in den dünn besiedelten Gebieten, beispielsweise in den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr. Pföhler: "Das wollen wir ändern."

Angepeilt sei die flächendeckende Versorgung mit hohen Bandbreiten, heißt ab 50 Mbit/s aufwärts. Der Kreis wolle hierbei - wie bisher - eine koordinierende Funktion übernehmen. Er hat deshalb nun sogar eine "Servicestelle" eingerichtet, die beispielsweise Auskunft über Förderprogramme geben soll. Konkrete Umsetzungen vor Ort fallen natürlich in die Zuständigkeiten der jeweiligen Kommunen.

Altenahr: In der Verbandsgemeinde Altenahr gibt es so manche Unterversorgung . "Das Problem ist die Fläche", sagte Verbandsbürgermeister Achim Haag. Rech, Mayschoß, Hönningen oder Lind sind derartige Ortschaften, die bislang unzureichend ans Netz angeschlossen sind.

Remagen: Dort gibt es eine gute Grundversorgung. Nachholbedarf gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Herbert Georgi im Gewerbegebiet Oedingen. Für das Gewerbegebiet Remagen-Süd soll es eine verbesserte funkbasierte Lösung geben. Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s sollen dort im Bereich der Fachhochschule erreicht werden.

Brohltal: In der Verbandsgemeinde Brohltal wurden "deutliche Verbesserungen" erreicht, berichtete VG-Bürgermeister Johannes Bell. Alle denkbaren technischen Möglichkeiten seien zum Einsatz gekommen, um Gewerbebetriebe und private Haushalte gut anzubinden.

Sinzig: Probleme in den vergangenen Jahren gab es in Franken, Westum, Löhndorf und Koisdorf. Fast alle Ortschaften sind aber inzwischen über Funk ans Internet angeschlossen. Derzeit werden Verhandlungen geführt,

einen Anschluss an ein entlang der Autobahn A 61 verlaufendes Glasfaserkabel zu erhalten. Auch der Sinziger Gewerbepark soll schon bald ein leistungsstarkes Netz angeboten bekommen. Nach Auskunft der Stadt gibt es hier noch einigen Nachholbedarf.

Adenau: "Wir haben eine gute Entwicklung gemacht", meinte Verbandsbürgermeister Guido Nisius. In der von unzähligen kleinen Ortschaften geprägten Verbandsgemeinde gibt es allerdings zwölf unterversorgte oder gar nicht versorgte Orte oder Ortsteile, weil Internetanbieter bei geringen Haushalts-, beziehungsweise Einwohnerzahlen nur wenig Anreiz sehen, tätig zu werden.

Bad Breisig: Lokal gibt es hinsichtlich der Internetversorgung große Unterschiede. In Teilbereichen, so Bürgermeister Bernd Weidenbach, gibt es massive Unterversorgungen. Insbesondere westlich von Oberbreisig. Ansonsten ist die Verbandsgemeinde gut aufgestellt.

Grafschaft: Obwohl die Gemeinde stark zersiedelt ist, werden fast überall zumindest 50 Mbit/s erreicht. Vor vier Jahren, so Bürgermeister Achim Juchem, war das Gros der Gemeinde völlig unversorgt. Mit Hilfe des eigenen Bauhofes habe man Leerrohre verlegt, um die Situation zu verbessern. Internetanbieter hatten es so leichter, die Haushalte zu versorgen.

Bad Neuernahr-Ahrweiler: Sieht man vom Ortsteil Lohrsdorf und dem noch viel kleineren Marienthal einmal ab, steht die Kreisstadt bei der Internetanbindung blendend da. Mit dem Einsatz von Internet via Satellit sollen auch die bislang unterversorgten Bereiche abgedeckt werden. Beigeordneter Detlev Koch: "Das schnelle Internet als lokales Werbekriterium ist mittlerweile längst ein harter Standortfaktor."