Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien

Ahrweiler liegt landesweit auf dem letzten Platz

KREIS AHRWEILER. Nicht zufrieden ist die Freie Wählergruppe (FWG) mit dem Verlauf der Energiewende im Kreis Ahrweiler. Bekanntlich hatte der Kreistag im Juni 2011 beschlossen, den Strombedarf im Landkreis bis spätestens zum Jahre 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken.

Eine jüngst veröffentlichte Erhebung des Landesamtes für Daten und Statistik zeigt jedoch auf, dass der Kreis Ahrweiler mit einer lediglich zehnprozentigen Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen derzeit abgeschlagen auf dem letzten Platz in Rheinland-Pfalz liegt.

Die FWG räumt insgesamt ein, dass der Kreis bereits vor 2011 "gute Arbeit im Bereich Solardächer auf den Schulen geleistet hat". Erwähnt werden müsse, dass im Kreis Ahrweiler kaum mehr Windräder installiert würden. 1994 war der Windpark in Weibern entstanden.

Seither gebe es in Sachen Windkraft eine Flaute, was dem Umstand geschuldet sei, dass geeignete Flächen für Windräder oftmals in Landschafts- oder Vogelschutzgebieten liegen. Auch die Nutzung von Wasserkraft sei zurzeit im Kreis Ahrweiler noch keine Option. Möglicherweise könne eine verstärkte Nutzung von aus Wald gewonnener Biomasse für ein besseres Ergebnis sorgen.

"Die Bandbreite der Thematik bedarf unseres Erachtens einer interkommunalen Zusammenarbeit in unserem Landkreis", erklärte die FWG. Gerade mit Blick auf die vor wenigen Wochen erfolgte Inbetriebnahme der Energieagentur sehe die Wählergemeinschaft mehr denn je die Notwendigkeit zur Bildung eines Runden Tisches, den die Gruppierung bereits vor einem halben Jahr - vergeblich - im Kreistag angeregt hatte.

Gerade die Kommunen im Kreis stünden "mehr oder weniger alleine da". Klimaschutz und Energiewende würden jeweils individuell betrachtet, obwohl die damit verbundenen Ziele ortsübergreifend den gesamten Kreis Ahrweiler beträfen. "Es ist allerhöchste Zeit, dass sich alle Akteure an einen Tisch setzen und gemeinsam tragfähige Konzepte mit Beteiligung unserer Bürger entwickeln", fordert die FWG.

An diesen Runden Tisch gehörten neben den politischen Vertretern der einzelnen Kommunen Fachkräfte der Kreisverwaltung sowie Fachleute aus Vereinen, Verbänden und Kammern. Begleitet werden solle die 2011 beschlossene Zielvorgabe durch die Energieagentur. Die FWG abschließend: "Dies halten wir auch deswegen für sachgerecht, weil sich die Kritik an den eingerichteten Energieagenturen von Tag zu Tag steigert."