Zwangsverwalter sieht jetzt nach dem Rechten

Rechtsanwalt Sebastian Schuster kümmert sich um die Instandhaltung des Margarethenhofes in Königswinter - Das Schindeldach des VVS-Pavillons ist marode - Der Sophienhof hat einen Käufer gefunden

Königswinter. Die Männer im Heizungskeller des Margarethenhofes rümpfen die Nase: Es stinkt dort so penetrant nach Öl und Ruß, dass man fast keine Luft kriegt. "Die Heizung ist total verrußt", diagnostiziert der hinzugerufene Heizungsinstallateur, "das bedeutet 20 Prozent mehr Energieverbrauch".

Sebastian Schuster hört zu, nickt, macht sich Notizen. Der Oberpleiser Rechtsanwalt ist seit einigen Tagen Zwangsverwalter des Margarethenhofs. In dieser Funktion hat er einige Handwerker zusammengetrommelt, mit denen er die Immobilie auf der Margarethenhöhe inspiziert.

Schuster hat seitens der Kreissparkasse Köln den Auftrag, in der einstigen Tagungsstätte nach dem Rechten zu sehen und die drohende Verwahrlosung zu verhindern. Dass das Haus seit fast zwei Jahren ohne Hüter ist, ist bei dem Rundgang nicht zu übersehen. Der Heizungskeller muss von Ruß gereinigt, die Anlage selbst gewartet und gesäubert werden.

An einigen Stellen der Fassade im Innenhof bröckelt der Putz: Feuchtigkeit. In den Innenräumen gibt es an einigen Stellen Wasserkränze, so ausgerechnet im Eingangsbereich des Naturparkhauses des VVS, wo man notdürftig am Dach darüber geflickt und so die Ursache behoben hat. Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) ist bekanntlich mit seinem Naturparkhaus Pächter im Margarethenhof.

Ein dickes Problem zeigt sich auch am Pavillon des VVS: Das Dach droht zu verrotten, Moosbewuchs und Verwitterung haben den Tonschindeln zugesetzt. Der hinzugerufene Dachdeckermeister gibt dem Pavillondach keine lange Lebensdauer mehr. Für die Exponate, darunter das große Landschaftsmodell des VVS, hätte das fatale Folgen. Regnet es dort durch, ist die Ausstellung hin.

"Der VVS hat die Kreissparkasse gedrängt, dass der Zustand der Immobilie langsam besorgniserregend ist", berichtet der Vorsitzende des VVS, Herbert Krämer. Ihm ist eine gewisse Erleichterung darüber anzumerken, dass er mit Schuster nun einen Ansprechpartner vor Ort hat. Der wird die notwendigen Instandsetzungen koordinieren und bei der Bank die entsprechenden Vorschüsse beantragen.

Auch alle anderen Verantwortlichkeiten - Wasser, Strom, Heizung, Versicherungen - gehen nun von Insolvenzverwalter Stefan Conrads in Düsseldorf auf Zwangsverwalter Schuster in Oberpleis über. Conrads ist mit der Verwertung der Insolvenzmasse der Pako AG befasst. Dazu zählten mehr als 30 Seniorenheime, ein Mehrfamilienhaus sowie Margarethenhof und Sophienhof auf der Margarethenhöhe.

In punkto Sophienhof ist eine Verwertung inzwischen geglückt: Neuer Eigentümer ist die Kölner "Carenia Gesundheitsdienste GmbH" aus Köln, Pächter bleibt der Ittenbacher Gastronom Gerd Paulus, der das Waldhotel mit 27 Betten in 16 Zimmern schon seit rund sechs Jahren betreibt.

Die Zukunft des Margarethenhofes steht hingegen weiter in den Sternen. "Seit die Naumann-Stiftung raus ist, sind an die 50 Miet- und Kaufinteressenten dagewesen", weiß Herbert Krämer. Ein Abnehmer für die 3,5-Millionen-Euro-Immobilie mit einem passendem Betreiberkonzept fand sich aber bislang noch nicht. "Es ist sehr schwierig, solche Objekte zu verwerten", sagt Schuster.

Dabei könne man sich gut eine Aufteilung des Komplexes "für Kreative, Freiberufler, naturverbundene Verbände, Organsiationen und Einrichtungen" vorstellen, wirft Krämer ein. Hier ist die Immobilienabteilung der KSK gefordert: Sie wird Kreativität aufbringen müssen, um den markanten Bau an den Mann zu bringen und so eine Zwangsversteigeurng abzuwenden.

Der VVS ist trotz des Leerstandes in den angrenzenden Räumen zufrieden mit seinem Domizil. Er hofft natürlich auf eine Instandsetzung des Dachs. Krämer sagt unumwunden: "Wir fühlen uns sehr wohl hier."