Zu laut: Platz über Kölner Philharmonie 1 000 Mal im Jahr gesperrt

Rollen von Hartschalenkoffern erzeugen Lärm - Kein Geld für nachträgliche Schall-Isolierung

Köln. (dpa) Wegen störender Geräusche darf der Platz über der Kölner Philharmonie etwa 1000 Mal im Jahr nicht betreten werden. Bei Konzerten, Proben oder Aufnahmen werde der Heinrich-Böll-Platz seit 1999 durchschnittlich drei Mal am Tag gesperrt, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Den Lärm auf dem Platz im Schatten des Kölner Doms und in der Nähe des Hauptbahnhofs erzeugen vor allem die Rollen von Hartschalenkoffern, aber auch Skater. Der Einsatz von Wachpersonal für die Sperrung koste jährlich 100 000 Euro, die aus dem Topf der von der Stadt bezuschussten Philharmonie stammten.

Die Sprecherin betonte, eine nachträgliche Schall-Isolierung mit Neugestaltung und komplettem Ersatz des jetzigen kleinteiligen Pflasters koste mehr als zehn Millionen Euro. "Das will die Stadt nicht aufbringen. Aber wir behalten das Thema im Auge."

Der Bund der Steuerzahler kritisierte, die regelmäßige Sperrung verschlinge Steuergelder. Wie viel von den jährlichen 100 000 Euro tatsächlich vom Steuerzahler getragen würden, könne sie nicht beziffern, sagte die Stadtsprecherin. Die Philharmonie sei ein wirtschaftlich selbstständiger Betrieb.

Die Wachleute hätten sich zudem "zu einer Art Stadtführer im Kleinen" entwickelt, die den Weg zur Messe oder Sehenswürdigkeiten erklärten. In den ersten Jahren sei die Sperrung häufig auf "Verwunderung" bei den Passanten gestoßen, die außen um den großen Platz herum gelenkt werden. "Größere Probleme" oder Ärger seien der Stadt aber nicht bekannt.