Ausbau der Voreifelstrecke Bonn-Euskirchen

Zeitplan ist nicht mehr zu halten

RB 23 in Rheinbach: Der Ausbau der Strecke verschiebt sich erneut. Nach früheren Zeitplänen sollte er 2013 abgeschlossen sein. Die Planung und Finanzierungsfragen sorgten für Verzögerungen.

RHEIN-SIEG-KREIS. Der Ausbau der Voreifelstrecke Bonn-Euskirchen (RB 23) wird sich nun doch länger hinziehen. Das zweite Gleis und die vier neuen Haltepunkte sind nicht wie vorgesehen bis Dezember 2013 fertig.

Zu diesem Zeitpunkt können lediglich die Stationen Bonn-Helmholtzstraße und Rheinbach-Römerkanal bedient werden. Das teilte am Montag der Alfterer CDU-Kreistagsabgeordnete Oliver Krauß unter Berufung auf die Deutsche Bahn mit. An den neuen Stationen Endenich-Nord und Alfter-Impekoven halten die ersten Züge demnach frühestens im Sommer 2014. Eine Sprecherin der Bahn bestätigte das auf Anfrage des General-Anzeigers: Sie sprach von einer "geänderten Detailplanung zum Nutzen der Fahrgäste".

Die Fertigstellung des zweiten Gleises und der vier Haltepunkte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 galt bislang als verbindlich. So hatten es die Deutsche Bahn und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) vereinbart. Die Bahn eröffnete dem NVR jetzt aber, dass dieser Zeitplan nur bei einer Vollsperrung der Strecke einzuhalten ist.

Diese müsste für die Bauarbeiten zwischen dem Bonner Hauptbahnhof und Witterschlick gleich zwei Mal voll gesperrt werden - drei Monate im Frühjahr und drei Monate im Herbst, wie die Bahnsprecherin gegenüber dem GA erklärte. "Das wäre völlig indiskutabel", ärgert sich Nahverkehrspolitiker Krauß. Auch NVR-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich ist überrascht: Von einer mehrmonatigen Vollsperrung sei nie die Rede gewesen, sagte er. "Das ist ein krasser Widerspruch zu allen bisher vorgelegten Zeitplänen."

Auf einen Kompromiss verständigt

Letztlich verständigten sich Bahn und NVR auf einen Kompromiss: Um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, werden die Gleis-Erneuerung am Bonner Hauptbahnhof und der Neubau eines Gleises zwischen Duisdorf und Witterschlick entzerrt. Beide Baumaßnahmen sind zwingende Voraussetzung, damit alle vier neuen Haltepunkte ohne Fahrzeitverlust in den 15-Minuten-Takt integriert werden können. Die Bahn erneuert nun im zweiten Halbjahr 2013 zunächst die Gleise der RB 23 am Hauptbahnhof, damit die Züge schneller ein- und ausfahren können.

So können Ende 2013 wenigstens die Stationen Helmholtzstraße und Rheinbach-Römerkanal in Betrieb genommen werden. Der Bau des zweiten Gleises von Duisdorf nach Witterschlick folgt 2014. Erst danach nimmt die Bahn die Haltepunkte Endenich-Nord und Alfter-Impekoven in Betrieb. "Eine vernünftige Lösung", sagte die Bahn-Sprecherin. Und doch müssen Fahrgäste mit erheblichen Behinderungen rechnen, gerade während der Arbeiten zwischen Duisdorf und Witterschlick. Laut Bahn wird die Strecke in den Sommerferien 2014 über Wochen gesperrt.

Krauß plädiert deshalb jetzt schon dafür, ersatzweise Busverkehr einzurichten: "Ich bin überzeugt, dass alles unternommen wird, um gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten."