Zeit der langen Umwege in Niederdollendorf ist vorbei

Bahnunterführung an Petersbergstraße erleichtert vielen Niederdollendorfern Weg durch den Ort - Gesamtkosten 2,1 Millionen Euro

Königswinter-Niederdollendorf. (mel) Was lange währt, wird endlich gut. Bereits im Jahr 1985 begannen die Vorplanungen für eine neue Bahnunterführung für Radfahrer und Fußgänger an der Petersbergstraße in Niederdollendorf.

Die Entwurfsplanung datiert aus dem Jahr 1991, der Planfeststellungsbeschluss vom 4. Juni 1995. Im August 2001 wurde dann eine Kreuzungsvereinbarung zwischen der Deutschen Bahn AG und der Stadt Königswinter getroffen.

Baubeginn für die Maßnahme war im Oktober 2006. Damals wurde auch der alte Bahnübergang geschlossen. Seitdem mussten die Kinder des Kindergartens St. Michael, die Schüler der angrenzenden Schulen und alle anderen Verkehrsteilnehmer größere Umwege in Kauf nehmen.

Dabei führten umfangreiche Kabelumlegungen und Rammarbeiten im Gleisbereich dazu, dass nach außen der Eindruck entstehen konnte, die Arbeiten würden monatelang stillstehen. Allerdings konnten sie lediglich an Wochenenden durchgeführt werden, weil nur dann eine Gleissperrung über einen längeren Zeitraum möglich war.

Die Betonarbeiten der Unterführung und Rampen, der Ausbau der Hilfsbrücken und die Ergänzung der Lärmschutzwand auf der Bergseite konnten im April dieses Jahres beendet werden. Der Straßenbau erfolgte im Auftrag der Stadt Königswinter.

Dazu gehörte auch der Abbruch der Mauer am katholischen Kindergarten, die durch Betonfertigteile erneuert wurde. Die Bilder der Kinder vom Drachenfels mit Eselsweg und dem Rhein mit Moby Dick wurden jetzt durch die Eigeninitiative des Kindergartens wieder neu gemalt.

Bei der Einweihung der neuen Unterführung, die bereits seit einigen Wochen genutzt werden kann, dankte Bürgermeister Peter Wirtz den Anwohnern für ihr Verständnis im Hinblick auf die Lärmbelästigung während den Ramm- und Aushubarbeiten und durch den Baustellenverkehr.

Im Herbst folgt jetzt noch die Bepflanzung der Beete und Böschungen. Auch die Lücke in der Lärmschutzwand wird voraussichtlich in Kürze geschlossen.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2,162 Millionen Euro, davon entfielen auf die Aushub- und Betonarbeiten 1,266 Millionen Euro, Rückbau und Anpassung 444 000 Euro und die Straßenanlagen 338 000 Euro. Sie werden zu je einem Drittel vom Bund, der Deutschen Bahn AG und der Stadt Königswinter getragen. Der städtische Anteil wird nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu 75 Prozent durch das Land bezuschusst.