Wesselinger Bürgermeister scheitert mit Kandidatur

Eigene Partei lehnt Wiederwahl von Günter Ditgens (CDU) ab

Wesseling. (bb) Mit einem Eklat endete die letzte Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbands: Bürgermeister Günter Ditgens verfehlte überraschend die nötige Mehrheit, um von den Christdemokraten erneut als Kandidat für die Bürgermeisterwahl im Jahr 2009 nominiert zu werden. In geheimer Wahl erhielt er nur 63 von 154 Stimmen. 88 Teilnehmer der Versammlung, unter ihnen viele neue CDU-Mitglieder, lehnten ihn bei drei Enthaltungen ab.

Weil Berzdorfs Ortsbürgermeister Udo Pulver vor der Wahl seine Gegenkandidatur zurückgezogen hatte, steht die CDU nun ganz ohne Kandidaten da. Der Parteitag hatte eigentlich eine Routine-Übung zur erneuten Nominierung von Ditgens sein sollen. Mit einigen Gegenstimmen war zu rechnen gewesen: Ditgens Regierungsart ist in Wesseling nicht unumstritten, gegen das von ihm vorangetriebene Projekt des Chemtec-Forums am Rhein hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, ebenso gegen die neue Wohnbebauung an der Eichholzer Straße.

Ditgens selbst bezeichnete seinen Führungsstil bereits als "unbequem", er verwies vor der Wahl allerdings auch auf seine Erfolge. Seit 1999 hat er das Amt des Bürgermeisters inne. Jetzt hat der 62-Jährige entweder die Möglichkeit, auf eine nachträgliche Nominierung durch seine Parteifreunde zu hoffen, oder als unabhängiger Kandidat anzutreten. Derzeit befindet sich Ditgens im Urlaub. Die CDU will jetzt in mehreren Sitzungen das weitere Vorgehen beraten.