Welchen Stellenwert haben die Menschen?

Zu unserem Artikel "Bezirksregierung klammert Sonnenhof aus" zum Thema Quarzabbau.

In seiner Neubewertung der für einen Quarzkiesabbau geeigneten Gebiete im Vorgebirge räumt die Bezirksregierung zur Freude des BUND dem Umweltschutz hohe Priorität ein und schließt daher das Gebiet Weilerswist-Nord wegen der Betroffenheit des dortigen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets aus. Stattdessen steht jetzt neben Witterschlick plötzlich wieder Flerzheim-Nord im Vordergrund.

Bei allem Verständnis für die Belange des Naturschutzes muss die Frage erlaubt sein, welchen Stellenwert die Menschen und ihre Interessen haben. Die jetzt vorgesehene verkleinerte Erweiterung der Kiesgrube Flerzheim-Nord würde, von den erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft sowie Grundwasser auch an dieser als Naherholungsgebiet mit seinen schönen Ausblicken in die Voreifel sehr geschätzten Stelle abgesehen, ein Heranrücken der Kiesgrube bis auf 500 Meter zum südlichen Ortsrand von Buschhoven bedeuten. In Weilerswist-Nord, wo übrigens zehnmal soviel und wesentlich hochwertigeres Kies als in Flerzheim-Nord liegt, betrüge der Abstand zum Wohngebiet 1.500 Meter. Die Menschen der Häuser in Buschhoven, die der Kiesgrube am nächsten liegen, würden durch das Heranrücken auf 500 Meter noch stärker als bisher vom Lärm und beim Abbau entstehenden Staub der Kiesgrube beeinträchtigt. Buschhoven würde dadurch weiter an Attraktivität als ruhiges und landschaftlich schön gelegenes Wohngebiet verlieren und in seinem südlichen Teil zu einer Grubenrandsiedlung degradiert. Noch gravierender wäre der zu erwartende weitere Wertverlust der Häuser, der schon in den letzten 10 Jahren infolge von wachsenden Leerständen, bedingt durch Regierungsumzug und vor allem demografische Entwicklung, etwa 10 Prozent betragen hat und nach Berechnungen des Landschaftsschutzvereins Kottenforst schon jetzt in die Millionen geht. Die Buschhovener Bürger sollten sich die neuen Pläne des Kölner Regierungspräsidenten Lindlar (CDU) nicht gefallen lassen, der sich vor der Landtagswahl gegen Flerzheim-Nord ausgesprochen hat und jetzt die Katze aus dem Sack lässt.

Gerd Pflaumer, Swisttal