Rhöndorf

Waldfriedhof mit Adenauers Grab wird umgestaltet und saniert

Neue Brücke, sanierter Teich: Wally Feiden (Mitte) und Begleiter inspizieren das Gelände.

RHÖNDORF. Der Waldfriedhof ist seit vergangenem Herbst ein Gartendenkmal. Seither hat sich eine Menge getan. Am Donnerstag testete Bürgermeisterin Wally Feiden die neue Brücke am Teich. Zunächst bedankte sich die Stadtchefin aber bei Projektleiterin Gabriele Herfurt und bei ihrem Vize und Fachausschussvorsitzendem Peter Profittlich, der bei den Rhöndorfer Bürgern um Akzeptanz für die Pläne geworben hatte. Feiden: "Ich hätte ja nicht im Traum zu hoffen gewagt, dass wir beim Friedhof mal gestalterisch eingreifen könnten."

Die Vollsanierung soll bis 2014 abgeschlossen sein. "Die Probleme mit der Baumpflege, die Schwierigkeiten mit Reh- und Schwarzwild, die immer wieder defekten Zäune und die Versumpfung des Teiches waren der Auslöser für die ersten Überlegungen", so Gabriele Herfurt. Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Beschwerden über den Waldfriedhof gegeben, auf dem Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik und Honnefer Ehrenbürger, sein Grab hat.

Gartenarchitektin Anja Esser hat das Sanierungskonzept erstellt, nach einer gründlichen Analyse des ursprünglichen Gesamtkonzeptes des Künstlers Karl Menser. Herfurt: "Er hatte den Friedhof in den 20er Jahren in einer einzigartigen Weise als terrassierten Hangfriedhof mit runden Grabfeldern und Wasserstellen geplant. Die Besonderheit der Anlage und ihre Lage mitten im Wald werden als besonders erhaltenswertes Kulturgut angesehen."

Quellwasser aus dem Siebengebirge zum Bewässern

Als vor 90 Jahren der Friedhof angelegt wurde, war die Fläche laut Profittlich noch Weizenfeld. Damals wurden Buchen gepflanzt. Unterdessen sind aber auch auf dem alten Teil Bäume und Sträucher "wild" gewachsen. Herfurt: "Durch Schnitt- und Baumarbeiten wurde der zugewachsene und dunkle Bereich wieder hell und wirkt einladend auf die Besucher."

Vordringlich waren jedoch "eine Sanierung des Teiches im vor 50 Jahren angelegten Bereich und die Bewässerung des Friedhofs", erläuterte Anja Esser. Die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk pumpten das Wasser ab. Eine Fachfirma baggerte den Schlamm aus und dichtete den Teich mit einer Tonmatte ab.

Die Teichkrone wurde hergerichtet und bepflanzt. Bevor diese Arbeiten beginnen konnten, musste der Bau- und Betriebshof allerdings oberhalb des alten Teichs einen Ersatztümpel für Frösche und Kröten schaffen: Das war die Auflage der Unteren Landschaftsbehörde. Ob dieser Teich bleiben darf, ist noch unklar. Die Brücke ist komplett neu. Der Weg zu ihr erhielt einen frischen Belag.

Ausgeklügelt ist das Wassersystem. Zum Gießen der Gräber wird nur Quellwasser aus dem Siebengebirge genutzt. Das gelangt per Überlauf aus dem Teich in Schöpfbecken. Die vorhandenen wurden saniert, ein weiteres soll im unteren Bereich des Friedhofs entstehen. In Schuss gebracht wurde auch die Grauwackemauer. In dieser Phase stahlen dreiste Diebe alte, schwere Abdeckplatten - auch vor einem Denkmal machten sie nicht halt.

Vorhaben und Kosten

Durch Eigenleistung des Bauhofs wurden die Gesamtkosten von 330.000 Euro um 50.000 gemindert. Es gibt außerdem Denkmalfördermittel des Landes. Bis 2014 sollen die Bruchsteintreppenanlagen auf dem alten Teil saniert und Treppengeländer angebracht werden, Wege einen neuen Belag bekommen.

Zum Schluss wird ein höherer Wildschutzzaun gezogen. Der Hohlweg für Wanderer soll möglichst reaktiviert werden. Ruhebänke und Schautafeln sind gewünscht. Ein Hinweisschild zu Adenauer finanziert die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Für den Rest werden Sponsoren gesucht. Meldungen bei Gabriele Herfurt, Telefonnummer 02224/184131.