Vorbereitungen für Neubau des Honnefer Uhlhofs beginnen

Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit - "Wir sind mit elf Millionen Euro in der Planung"

Bad Honnef. Das Ende der Container-Landschaft im Uhlhof ist abzusehen. Im alten Herrenhaus hängen an einer langen Tafel die Pläne für den Um- und Ausbau. "Es sieht recht gut aus", sagt Bernd Krewer, der Leiter der Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit (V-EZ).

Nachdem der Abzug dieser Einrichtung der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWent) aus Bad Honnef zwei Tage vor Weihnachten 2006 quasi in letzter Minute und nach langem Tauziehen abgewendet werden konnte, erfolgt im Jubiläumsjahr sozusagen der erste Spatenstich für das Projekt Zukunft. Seit vier Jahrzehnten werden hier Entwicklungshelfer auf ihre Einsätze vorbereitet; aus Platznot seit langem auch in Baracken. Wenn im Mai 2010 der neue Rundbau als zentrales Element steht, ist die Zeit der Notunterkünfte vorbei.

Die nächste Etappe: Bis 2011 soll die alte Villa renoviert und ein Appartementhaus fertiggestellt sein. Dann werden die 80 Mitarbeiter und die Gäste unter modernsten Bedingungen lernen und arbeiten können, auf über 6 000 Quadratmetern, doppelt soviel wie heute. "Wir sind mit elf Millionen Euro in der Planung", so Bernd Krewer. Auftragnehmer ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen, das (noch) Besitzer ist. Der Bund erwirbt den Uhlhof dann im renovierten Zustand.

Pekuniär wird der Bau über das Bundesfinanzministerium und die Bundesimmobilienanstalt "abgewickelt". Eine komplizierte Konstellation, die das Planen erschwerte. Zur Erinnerung: In der Vergangenheit hatte der Bund Gebäude und Park kostenlos nutzen dürfen. Als das Land Miete verlangen wollte, hatte der Bund erwogen, doch lieber die eigene frühere Diplomatenschule in Ippendorf zu beziehen.

Dunkle Wolken hingen über dem Gelände im Lohfeld. Nun ist es weiter Idylle für Entwicklungshelfer. Apropos, Idylle. Die Parkanlage bleibt erhalten. Natürlich, steht sie doch genauso unter Denkmalschutz wie die Villa. Die Architekten mussten zudem Landschafts- und Wasserschutzrecht beachten. Lediglich ein Waldstreifen im nördlichen Teil des Geländes muss weg. Dort wird das halbrunde Gebäude hochgezogen. Zwei- und viergeschossig ist dieser Körper mit einem vielfältigen Innenleben.

Der Kantinenbereich wird hierhin verlegt. Zwei Außenterrassen sind auf dem Papier zu entdecken. Im Erdgeschoss werden Unterrichtsräume unterschiedlicher Größe entstehen, die zum Rhein hin zu öffnen sind. Das erste Obergeschoss wird Lernlandschaft mit Themenräumen und didaktischen Materialien, wo einzeln oder in der Gruppe Stoff erarbeitet werden kann. Übrigens kann jeder Interessent solch einen Raum buchen und die Lehrmaterialien nutzen. Aber das ist ein Kapitel für sich, nämlich das des breiteren Angebots dieser Einrichtung.

Ein schmaler, zweigeschossiger Teil der Rundarchitektur ist für Büros und kleine Workshopräume vorgesehen. Auch an den bestehenden Gebäuden, die rechts vom Eingangsbereich liegen, wird es Veränderungen geben. So soll ein Anbau an dem alten Trakt die Kindertagesstätte mit Außenanlage beherbergen. Diese Einrichtung ist momentan noch in einem Privathaus zu Hause. Aufgestockt wird der Wohntrakt, so dass statt bisher 41 dann 46 Appartements zur Verfügung stehen.

Wenn die Container im Süden des Geländes fallen, werden die Bauarbeiter dort ein Appartementgebäude hochziehen. Wie viele Wohnungen entstehen, hängt von der Bebaubarkeit und von der Finanzierung ab. Über 10 000 Übernachtungen kommen jährlich auf das Konto des Uhlhofs. Die rund 1 500 Lehrgangsteilnehmer per anno reisen mit der ganzen Familie bei einer durchschnittlichen Kursdauer von über drei Wochen an. Auch künftig wird InWent in Hotels Betten für seine Lehrgangsteilnehmer buchen.

"Das wird auch so bleiben. Wir sind mit der Auswärtsregelung zufrieden. Wir möchten nicht die volle Unterbringung leisten, sondern eine gewisse Mischung haben. Das ist flexibler", so Bernd Krewer. Die alte Villa soll nach der Renovierung nur noch Fortbildungszwecken dienen. Küche, Kantine, Büros werden daraus verbannt. Wenn alles fertig ist, hat Bernd Krewer nur noch einen Wunsch: eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.