Von Hennef nach Hollywood

Fotodesignerin Isabel Kronenbergers Porträts veredeln den Film "Unknown Identity", der derzeit in den Kinos läuft.

Hennef. "Wir haben ihre Arbeiten gemeinsam in Chicago gesehen, erinnerst du Dich", sagt Elizabeth zu Martin. Die beiden sitzen in einem Taxi und unterhalten sich über die Fotodesignerin Isabel Kronenberger aus Hennef, deren Ausstellung "Faces" gerade in Berlin gezeigt wird.

Es ist eine Szene aus dem Hollywood-Streifen "Unknown Identity", der derzeit in den Kinos läuft. Liam Neeson spielt darin den Wissenschaftler Dr. Martin Harris, der mit seiner Frau Elizabeth (January Jones) nach Berlin gekommen ist, um während eines Biotechnologiekongresses den Nobelpreisträger Professor Bressler (Sebastian Koch) zu treffen.

Durch einen Unfall, bei dem sein Taxi in die Spree stürzt, verliert Harris sein Gedächtnis. Fast wie in einem Hitchcock-Thriller begibt sich Harris, den sogar die eigene Ehefrau nicht mehr zu erkennen scheint, auf die Suche nach seiner Identität.

Infos Weitere Infos auf www.isabelkronenberger.com

Regisseur Jaume Collet-Serra inszenierte mit Staraufgebot (Liam Neeson, Diane Kruger, Bruno Ganz, Sebastian Koch) einen spannenden und packenden Thriller vor der Kulisse Berlins, in dem allerdings auch eine Henneferin eine gewichtige Rolle spielt.

Die Fotografin Isabel Kronenberger, deren Ausstellung "Faces" in dem Film zu sehen ist, gibt es wirklich. Ihre großformatigen, ausdrucksstarken Porträts, sind ein Teil dieses Films. Die 24-jährige staatlich geprüfte Fotodesignerin lebt zwar in Berlin, wo sie eine dreijährige Ausbildung an der Berufsfachschule für Design des Lette-Vereins absolvierte, stammt aber aus Hennef und nicht aus Chicago.

Die sympathische Fotokünstlerin ist aber laut eigenem Bekunden nicht mit einer Kamera auf die Welt gekommen. Sie machte ihr Abitur an der Hennefer Gesamtschule und war sich zunächst noch gar nicht sicher, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollte. Eher zufällig stieß sie auf die Fotografie und bewarb sich schließlich beim Lette-Verein in Berlin.

"Das war gar nicht so einfach, dort einen Ausbildungsplatz zu bekommen, denn schließlich gibt es reichlich Bewerber", sagt Kronenberger. Ihr Talent und ihr Auge für das Wesentliche dürften geholfen haben, dass sie den Ausbildungsplatz bekam. "Es war schon sehr aufregend, nach Berlin zu ziehen", so Kronenberger. An der Ausbildung habe sie genossen, dass dort das komplette Rüstzeug, das ein Lichtbildner für seinen Beruf benötigt, vermittelt worden sei.

"Alles war sehr praxisorientiert", erzählt Kronenberger, die dort mit der analogen Fotografie begann und den Umgang mit Groß- und Mittelformatkameras erlernte. "Von Porträts über Architektur bis hin zu Stillleben, Reportagen und Landschaftsaufnahmen war alles dabei." Erst nach dem analogen Teil sei die digitale Fotografie inklusive Bildbearbeitung an die Reihe gekommen. Kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung seien die Herren vom Film auf den Lette-Verein zugekommen, weil sie für "Unknown Identity" die passende Fotokünstlerin suchten. Kronenberger erhielt, trotz Konkurrenz aus den USA, den Zuschlag.

In den Filmstudios in Babelsberg war es ihre Aufgabe, 50 Porträts von Menschen zu schießen, die als Ausstellung "Faces" im Film gezeigt werden. "Vom vierjährigen Kind bis zum älteren Mann war alles dabei", erinnert sich Kronenberger, die Mitspracherecht bei der Auswahl der Modelle hatte. Innerhalb eines Tages schoss sie mit Hilfe einer kleinen Crew die ausdrucksstarken Bilder, die als großformatige Kunstwerke zu einem Teil des Filmes wurden.

Der Clou: Nicht nur ihre Arbeiten werden auf ewig mit diesem Film verbunden sein. Ihr Name wird tatsächlich in dem Film verwendet. "Das ist unter meinen Freunden bereits ein Running-Gag", berichtet Kronenberger, die mittlerweile Visuelle Kommunikation an der Berliner Universität der Künste studiert, aber auch regelmäßig in Hennef ist. Menschen seien vor allem ihr Sujet.

"Ich mag Bilder, die Geschichten erzählen", sagt Kronenberger. Die Gesichter, die sie für den Film ablichtete, hat sie jedenfalls so eindrucksvoll in Szene gesetzt, dass der Betrachter wirklich Geschichten in ihnen lesen kann.