Das große Winter-ABC: Von A wie Amphibien bis Z wie Zimt | GA-Bonn

Das große Winter-ABC

Von A wie Amphibien bis Z wie Zimt

REGION.  Der 21. Dezember 2012 ist wegen des angeblichen Weltuntergangs in aller Munde. Das verstellt den Blick auf die vergleichsweise schnöde Tatsache, dass an diesem Tag der Winter kalendarisch beginnt. Die Region zur kalten Jahreszeit - ein Überblick von A bis Z.
Winteridylle am Bahnhof in Oberzissen. Der Vulkan-Express fährt am zweiten Weihnachtstag durch das Brohltal.
								Foto: Michael Baaden
Winteridylle am Bahnhof in Oberzissen. Der Vulkan-Express fährt am zweiten Weihnachtstag durch das Brohltal. Foto: Michael Baaden

A wie Amphibien
Amphibien produzieren Glycerin, damit ihr Blut nicht gefriert. Mit diesem natürlichen Frostschutzmittel kommen sie in der Regel gut durch den Winter und überstehen auch Temperaturen von bis zu minus fünf Grad. So schlummern die erstarrten Frösche, Kröten und Molche am Grund von Tümpeln - wie zum Beispiel im Kottenforst. Dort geht dann im Frühjahr wieder das Froschkonzert los.

B wie Basteln
Basteln, aber im großen Stil: Zum 20. Mal wird in diesem Jahr die Wurzelkrippe in Sankt Anna Rommersdorf aufgebaut. Fünf Tonnen Eichenwurzeln müssen gelagert, transportiert und verbaut werden. In jedem Jahr ändert sich das Wurzelbauwerk, da jede Krippe als Unikat betrachtet werden muss. Fünf Wochen Bauzeit, viel handwerkliches Können und gestalterische Kreativität sind nötig. Geweiht und eröffnet wird die Wurzelkrippe am 1. Weihnachtstag, Dienstag 25. Dezember, um 11 Uhr.

C wie Christbaum
Christbäume werden dieser Tage in den meisten Häusern und Wohnungen geschmückt. Wer keine knalligen Plastikkugeln aus der Sechserpackung mag, sondern handgemachten Schmuck, der wird auf den noch laufenden Weihnachtsmärkten fündig. Zum Beispiel auf dem mittelalterlichen Markt in Siegburg, der am späten Samstagabend mit der Raunacht endet.

D wie Diesel
Diesel statt Dampf: Die Weihnachtsfahrt mit dem Vulkan-Express und dem Weihnachtsmann in den Schnee der Vulkaneifel startet am zweiten Weihnachtstag um 11.30 Uhr am Bahnhof der Brohltalbahn in Brohl. Von dort geht's über Schmalspur im Schneckentempo von einer Diesellok gezogen nach Engeln. Erwachsene zahlen 13 Euro, Kinder sechs Euro. Rückkehr in Brohl ist gegen 16.30 Uhr. Von Engeln aus besteht die Möglichkeit, an einer geführten Wanderung durch die Winterlandschaft der Eifel teilzunehmen. Für 2013 ist der Einsatz einer Dampflok geplant. Infos unter www.vulkan-express.de.

E wie Eis
Eisgang auf dem Rhein gab es seit fast genau 50 Jahren nicht mehr. Zuletzt trieben die Eisschollen am 10. Januar 1963 auch an Bonn vorbei. Der Rheinhafen in Godorf war völlig zugefroren. Seitdem hat sich die Wassertemperatur des Rheins erhöht, weil die Kraftwerke am Ufer ihr erwärmtes Kühlwasser wieder abgeben.

F wie Frost
Frost und weiße Weihnachten? Davon kann in der Region wohl auch in diesem Jahr wieder keine Rede sein. Um die acht Grad soll es in den kommenden Tagen werden. Die aktuelle Vorhersage gibt es wie immer hier.

G wie Grünkohl
Grünkohl ist ein vitaminreiches Wintergemüse. Es sollte aber erst geerntet werden, wenn es einmal "gefroren" hat. Denn Grünkohl enthält Bitterstoffe, die durch Frost aus den Blättern gezogen werden, wie Gerd Büchel, Marktbeschicker aus Siegburg, erklärt. Chemisch erklärt es sich so, dass der Stoffwechsel durch die kalten Temperaturen verlangsamt wird. Der Kohl verbraucht so weniger Zucker, gleichzeitig läuft aber die Photosynthese weiter, die den Zucker bildet. Dadurch wird die Pflanze süßer. Grünkohl, lateinisch Brassica oleracea, ist ein Kreuzblütengewächs und wird im Norden Deutschlands am liebsten mit "Pinkel", einer geräucherten Grützwurst, gegessen.

H wie Hohe Acht
So heißt der mit 747 Metern höchste Berg der Eifel. Dort ist eine tolle Rodelpiste in Richtung Jammelshofen, wo am Waldhotel auch ein Ski-Lift an den Pisten seinen Dienst versieht. Wintersport-Infos für das Gebiet rund um die Hohe Acht gibt es unter Schneetelefon 02691/7741 und www.kaltenborn-eifel.de.

I wie Iglu
Iglus kommen in unseren Breitengraden zugegebenermaßen eher selten vor. Während für Eskimos entscheidend sein dürfte, dass die Temperatur in den Eishäusern um bis zu 15 Grad wärmer ist als draußen, könnte gestresste Westeuropäer eher ein anderer Aspekt interessieren. Im Innern herrscht himmlische Ruhe! Bauanleitungen gibt's im Internet, den vielleicht schneesichersten Ort in der Nähe in Rheinbach-Hilberath in der Voreifel.

J wie Jahrhunderthochwasser
Das gab es 1993, und es trägt auch den Beinamen Weihnachtshochwasser. Damals wurde in Bonn am 25. Dezember mit 10,13 Meter der höchste Pegelstand des 20. Jahrhunderts gemessen. Auch wenn der Rhein sich derzeit wieder ausdehnt, mit einem Hochwasser der Extraklasse wird in diesem Jahr nicht gerechnet.

K wie Kamin
Kamine erzeugen wohlige Wärme und mildes Licht. An langen Winterabenden immer wieder ein Genuss. Wer keinen Kamin in den eigenen vier Wänden hat, kann sich einen bauen lassen - wenn nötig sogar mit einem Abzug an der Außenwand des Hauses. "Eigentlich gibt es für alle baulichen Gegebenheiten eine Lösung", so der Siegburger Kaminbauer Torsten Bohl. Immer mehr Menschen würden sich für eine Feuerstelle im eigenen Heim interessieren. "Auch als alternative Heizquelle."

L wie Loipe
Loipen für Ski-Langlauf gibt es an der Hohen Acht mehrere. Sie liegen im Langlaufgebiet Lützelacht. Die Loipe besteht aus verschiedenen miteinander verbundenen markierten Spuren von drei, fünf und sieben Kilometern Länge. Eine Langlaufschule mit DSV-geprüften Lehrwarten erteilt an den Wochenenden nach vorheriger Absprache unter der Telefonnummer 0 26 91/25 19 Unterricht.

M wie Mütze
Mützen sind derzeit der absolute Renner. Aber nicht die gekauften. Selbermachen lautet die Devise. Und so bieten Hobbymärkte in der Region tatsächlich "Bausätze" an, die eine fertige Mütze in zwei Stunden versprechen. Enthalten ist neben Garn, Häkelnadeln und einer Nadel zum Vernähen des Fadens auch eine minutiöse Anleitung.

N wie Nordmanntanne
Nordmanntannen haben beim Weihnachtsbaumkauf einen Marktanteil von 75 Prozent. Das liegt daran, dass die Nadeln nicht so stechen und der Baum trotz der warmen Temperaturen in den Wohnungen länger grün bleibt und weniger nadelt, sagt Ursula Geismann, Pressesprecherin des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie mit Sitz in Bad Honnef. Und gibt noch einen Tipp zur längeren Haltbarkeit: einen Löffel Zucker ins "Baumwasser".

O wie Obst
Obst aus der Region ist im Winter Mangelware, zumindest frisches. Zu haben ist es allenfalls eingemacht oder aber in der Form von hochprozentigem Obstbrand. "Brennen kann man eigentlich alles, was an Baum oder Strauch wächst", erklärt Oliver Weiß, Inhaber des Feinkost-, Wein- und Obstbrandgeschäfts "vom Fass" an der Siegburger Kaiserstraße. Wichtig sei die Auslese einwandfreier Früchte. Außerdem müsse ein guter Obstbrand mindestens zweimal gebrannt werden, sagt der Fachmann. "Der zweite Brand macht ihn weicher. Auf der Zunge brennen soll ein Obstbrand nämlich nicht."

P wie Piste
Abfahrtshänge für Anfänger und Fortgeschrittene mit Längen von 800 und 400 Meter und einer Breite bis 100 Meter gibt es an der Hohen Acht. Das Gefälle beträgt 30 bis 35 Prozent. Die Schlepplifte sind bei ausreichender Schneehöhe werktags von 13 bis 17 Uhr und an den Wochenenden von 9 bis 17 Uhr in Betrieb.

Q wie Quecksilber
Quecksilber hat eine hohe thermische Ausdehnung, die proportional zur Temperatur ist. Außerdem benetzt Quecksilber Glas nicht. Daher wurde es früher gern in Thermometern eingesetzt. Weil es aber auch sehr giftig ist, wird es heute nur noch im wissenschaftlichen Bereich genutzt. Im Altertum war die Toxizität noch nicht bekannt: Da wurde Quecksilber noch als vermeintliches "Heilmittel" verwendet.

R wie Rodeln
Rodeln kann man besonders gut am Löwenburger Hof im Siebengebirge. Im Rahmen der Nationalparkdiskussion hatten Unbekannte dort im Februar 2009 einen Zettel aufgehängt, auf dem zu lesen war, dass der Rhein-Sieg-Kreis das Rodeln an dieser Stelle unter Strafandrohung untersagt. Bei allen Veranstaltungen zum Thema Nationalpark war stets betont worden, dass das Rodeln auf der Wiese am Löwenburger Hof zwar eigentlich verboten ist, aber geduldet wird. Und daran werde sich auch nach der Einrichtung eines Nationalparkes nichts ändern. Nun: Der Nationalpark wurde in einem Bürgerentscheid in Bad Honnef abgelehnt, und gerodelt wird auf der Wiese bis heute noch immer - wenn denn genug Schnee liegt.

S wie Streudienst
Sind Straßen verschneit oder vereist, muss der Streudienst ran. Im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sind zwölf Streu- und Räumfahrzeuge der Straßenmeistereien Lohmar und Eitorf im Einsatz, um die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen "frei" zu bekommen für den Autoverkehr. 3300 Tonnen Salz lagern zum Beispiel in drei Hallen der Straßenmeisterei Eitorf, die unter anderem für Hennef, Much und Königswinter zuständig ist, so deren Leiter Ralf Pütz. In Hennef, der Stadt mit den vielen bergigen Ortschaften, stehen 450 Tonnen Streusalz und zwölf Tonnen Sole bereit. Sole wird genutzt zur Anfeuchtung von Streusalz; die Winterdienstfahrzeuge haben einen Tank mit Sole, die dem Streusalz während der Ausbringung zugesetzt wird, um ein schnelleres Auftauergebnis zu erreichen.

T wie Turmkerze
Auf dem Bad Neuenahrer Berg stimmt seit zehn Jahren die Turmkerze auf Weihnachten ein. Dafür wurde der Aussichtsturm Langer Köbes umfunktioniert. Die Idee dafür haben sich die Bad Neuenahrer seinerzeit in Bad Godesberg geholt.

U wie Urlaub
Urlaub im Winter ist "in". Und es geht häufig in die Sonne, weiß die Meckenheimer Reiseverkehrskauffrau Erika Funke. "Im Dezember laufen Reisen nach Ägypten gut, im Januar vor allem in die Dominikanische Republik, nach Thailand oder in die Karibik", sagt Funke. Ab 1. Januar gebe es auch gute Angebote für die Kanaren: "Aber nur, wenn man nach Ferienende zurückfliegt", so die Meckenheimer Expertin. Positiver Nebeneffekt: Die Sonne regt im Gehirn die Produktion des Botenstoffs Serotonin an. Der Stoff wird auch als Glückshormon bezeichnet. Und gute Laune für 2013 kann nicht schaden.

V wie Vögel
Vögel sind im Winter, besonders wenn der Boden gefroren ist, für eine Futterstelle dankbar. Der Naturschutzbund Deutschland empfiehlt allerdings, auf einige grundsätzliche Dinge zu achten. So sollte man einen Futterspender benutzen, bei dem die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Er sollte an einer übersichtlichen Stelle aufgestellt sein, so dass sich keine Katzen anschleichen können. Als Futter empfehlen die Experten Sonnenblumenkerne, die von allen Vögel gerne genommen werden.

W wie Wasser
Wasserversorgung ist natürlich auch im Winter sichergestellt. Dass die Wahnbachtalsperre in Siegburg komplett zufriert - das hat Andreas Venzke, Wasserbauingenieur beim Wahnbachtalsperrenverband, in 14 Dienstjahren noch nicht erlebt. "Im Winter 2008/09 war ein Teil nahe des Damms zugefroren. Für eine durchgehende Eisschicht wären schon drei Wochen Frost Tag und Nacht notwendig." Und selbst das wäre für die Versorgung kein Problem: Das Wasser dafür wird aus unteren Schichten entnommen.

X wie XXL
Iim Winter darf alles größer sein. Pullover, Schals, Teetassen. Man will es schließlich warm haben. Der größte Weihnachtsbaum der Welt soll in Dortmund stehen. Er misst sagenhafte 45 Meter. Der am Kölner Dom bringt es immerhin auf mehr als 20 Meter.

Y wie Yoga
Yoga wurde in Deutschland 1973 durch Kareen Zebroff populär. Die Deutsch-Kanadierin verrenkte sich einmal in der Woche in der ZDF-Sendung "Sport-Information", später in der "Drehscheibe". Heute ist Yoga auch in Bonn und Umgebung fast auf dem Weg zum Volkssport. Zahlreiche Yoga-Schulen werben um Schüler. Und die kommen, um die fernöstliche Entspannungstechnik zu erlernen, Stress besser zu bewältigen, die Rückenmuskulatur zu stärken oder die Durchblutung zu fördern. Keine schlechte Strategie, um sich gerade auch im Winter fit zu halten.

Z wie Zimt
Zimtstange, Zucker, zwei mit Nelken gespickte Orangenscheiben, ein Liter halbtrockener Ahr-Spätburgunder, einmal kurz aufkochen - fertig ist ein leckerer Glühwein nach dem Rezept der Deutschen Weinkönigin Julia Bertram aus Dernau.

Abo-Bestellung

Anzeige

Meistgelesen