Staffelfahrer machen in Königswinter halt

Vespas brummen für die Hannah-Stiftung

Zwischenstopp in Niederdollendorf: Die Vespa-Staffelfahrer treffen Hannah-Stiftung-Gründer Volker Wiedeck.

NIEDERDOLLENDORF. Bei der zweiten Staffelfahrt ging es in drei Etappen von Flensburg bis zur Zugspitze. Die freiwilligen Startgebühren und Sponsorenspenden kommen der Stiftung zugute.

Der Ittenbacher Willi Giesen ist erst seit vier Monaten Vespa-Fahrer. Bruno Welter aus Heisterbacherrott hatte mit einem Vespa-Roller seine PS-Karriere mit 18 begonnen, war dann auf ein Motorrad umgestiegen. Seit zwei Jahren fährt er wieder eine "Wespe".

Jetzt beteiligen sich die Rentner an der zweiten Vespa-Staffelfahrt zugunsten der Hannah-Stiftung. "Wir wollen bis Wiesbaden oder Mainz mitkommen", nannten die beiden beim Zwischenstopp in Niederdollendorf ihr Ziel. In drei Etappen ging es mehr als 1.640 Kilometer weit von Flensburg bis zur Zugspitze. Die erreichte die Gruppe am Sonntagnachmittag.

Es war exakt 16 Uhr, als Paul Pawlowski aus dem Organisationsteam am Mobiltelefon glücklich Erfolg vermelden konnte. "Die Wettervorhersage hat uns zuletzt noch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Aber dann war es nicht so schlecht wie befürchtet. Alles ist nach Plan gelaufen", so Pawlowski zum GA. Erst Minuten zuvor war die Vespa, die mittels Sondergondel der Bayerischen Bergbahnen Zugspitz AG stellvertretend für alle Staffelfahrzeuge auf die Zugspitze geschafft worden war, wieder im Tal angekommen.

Rund 36 Stunden zuvor hatte die Gruppe an der Fähre in Niederdollendorf einen Stopp zwischen den Etappenorten Köln und Roth bei Nürnberg eingelegt. Hier trafen die Vespa-Fahrer Volker Wiedeck, den Gründer der Stiftung, der den Vespa-Fahrern eine gute Weiterfahrt wünschte. Er sagte: "Danke für Eure Verrücktheit."

Die freiwilligen Startgebühren und Spenden von Sponsoren fließen am Ende der Tour wieder in die Hannah-Stiftung gegen sexualisierte Gewalt. Mit einer Spendendose wurde zudem unterwegs Geld gesammelt. An der Rheinfähre war auch die Idee zur Staffelfahrt entstanden. Hier treffen sich jeden Mittwoch Vespa-Fahrer, die sich "Fähren-Gang" nennen, zum Fachsimpeln.

Vespa ist ein Lebensgefühl", sagte Matthias Planz aus Bad Godesberg. Elf der Rollerfans, darunter Willi Giesen und Bruno Welter, machten sich mit auf den Weg. "Bei der ersten Etappe war sogar eine 65-jährige Frau dabei", erzählte Paul Pawlowski, ehe sich der Tross von Niederdollendorf mit lautem Hupkonzert verabschiedete. Jetzt tüfteln die Vespa-Piloten schon an der nächsten Tour.