Ursulinenschule Hersel: Hightech in historischen Mauern

Multimedia-Bibliothek und digitale Tafeln: Erster Bauabschnitt der mehrjährigen baulichen und energetischen Modernisierung der Schule ist fertig. Architektonisches Schmuckstück.

Bornheim-Hersel. Historisches Gewand mit neuem Glanz und Hightech-Ausstattung. Da staunten die rund 1 150 Schülerinnen nicht schlecht, als sie nach den Ferien über eine Baustraße das Gelände der Ursulinenschule betraten.

Noch führt die Strecke über einen provisorischen Weg mit allerlei Schlaglöchern. Doch kaum haben die Mädchen und jungen Frauen die Pforte in der Mauer des Geländes passiert, erblicken sie ein architektonisches Schmuckstück. Nach rund zwei Jahren Bauzeit sind Renovierung und Umbau des Klosters abgeschlossen. Noch bis zum letzten Ferientag gaben die Handwerker alles, um den Bau möglichst weit zu bringen.

Kloster-Geschichte Das Ursulinenkloster in Hersel wurde 1852 gegründet. 1864 wurde der Schulvertrag zwischen dem Herseler Schulvorstand und der Oberin des Klosters geschlossen. Der Orden hatte Schulbetrieb und Trägerschaft - mit Unterbrechungen etwa durch Kriege - bis 2001 inne. Seitdem ist das Erzbistum Köln Schulträger.

Damit ist der erste, große Schritt in der mehrjährigen baulichen und energetischen Modernisierung der Schule getan. Insgesamt lässt sich das Erzbistum Köln als Schulträger und Bauherr die Sanierung mehr als 19 Millionen Euro kosten.

"Der Ursulatrakt, der Ursprungsbau der Schule, ist nach sehr umfangreichen und aufwendigen Arbeiten fertig. Darüber freuen wir uns sehr", sagt Karl Kühling, Schulleiter des Gymnasiums. Gemeinsam mit Frank Wasser, dem Leiter der Realschule, und den Lehrern hat er die neuen Büros der Verwaltung im zweiten Stock bezogen.

Im Vorfeld sei oft von der Drei-Liter-Schule - in Anlehnung an das Drei-Liter-Auto - gesprochen worden. "Wir haben jetzt tatsächlich alle modernen Möglichkeiten im Gebäude, um die Energiekosten drastisch zu senken", sagt Kühling. Wie auf Befehl und aus Zauberhand erlischt die Beleuchtung im Büro, als es der Schulleiter verlässt. Und im Flur wird das Licht automatisch gedimmt, wenn dort einige Zeit niemand entlanggeht.

Das alte Kloster war komplett entkernt und die Fassade in eine energetisch hocheffiziente Hülle verwandelt worden. Ohne ihr allerdings den Charme zu nehmen. Im Gegenteil, gerade der Kontrast historisch trifft modern ist sehr gelungen. So wurde an die geschichtliche Fassade ein gläsernes Treppenhaus mit Aufzug gebaut. "Wir sind jetzt barrierefrei", so Kühling. Mit viel Liebe zum Detail wurden Spitzbögen und Fliesenmosaike als gestaltendes Element im Fußboden erhalten und dieser farblich angepasst.

Und auch im Innern erwartet Schülerinnen und Lehrer jede Menge Technik aus der digitalen Welt. In einer Experimentierphase wird die digitale Tafel oder die Touchpad-Steuerung getestet. Dann wird entschieden, welche Technik in Zukunft in den Klassenzimmern eingesetzt wird. Und im Lehrerzimmer zeigen große Flachbildschirme Stundenpläne und Raumbelegung an. Alles ist hell und modern eingerichtet.

Besonders stolz sind Kühling und Wasser auf den Dachausbau. Dort sind die Lehrer- und die Schülerbibliothek untergebracht. Mit Computer-Arbeitsplätzen, Gruppen-Konferenztischen und einem echten architektonischen Kleinod - der Dachterrasse mit fantastischem Blick über die alten Bäume im Klosterpark.

Derzeit noch nicht zu sehen, aber in Planung, ist ein großzügiges Foyer und die Mensa. Es wird aber einige Zeit dauern, bis sie eingerichtet sind. Schließlich wird die Schule Stück für Stück umgebaut und renoviert.

Bis alle Bauarbeiten abgeschlossen sind - Kühling und Wasser rechnen etwa bis 2015 - wird das Erdgeschoss als Klassentrakt gebraucht.