Sylvia Wurm ist neue Direktorin am Rheinbacher Amtsgericht

RHEINBACH/SIEGBURG. In England, dem Mutterland des Fußballs, gilt eine einfache Regel: "Never change a winning team." Ändere nie eine siegreiche Mannschaft. Dasselbe sagt Sylvia Wurm, die neue Direktorin des Rheinbacher Amtsgerichts, auch über ihr dortiges Kollegen-Team.

Vergleiche wie dieser liegen der sportlichen 41-Jährigen. Sie läuft Marathon und plant, von April an mit dem Fahrrad aus Bonn-Kessenich nach Rheinbach zu kommen, wo sie sich neben Familiensachen auch um die weiteren Amtsgeschäfte kümmert.

Sylvia Wurm hat die Nachfolge von Petra Strothmann-Schiprowski angetreten, die jetzt das Amtsgericht in Euskirchen leitet. Und auf die naheliegende Frage, was sie denn womöglich ändern wolle, antwortet sie schlichtweg: "Nichts!"

Sie sei "sehr herzlich empfangen worden", und so falle ihr die Umstellung vom Siegburger Amtsgericht mit 35 Kollegen auf ein Team von nunmehr fünf auch nicht schwer. "Die Wege sind kurz, die Kontakte zur Stadt und zu den Notaren problemlos. Nicht zu vergessen das Haus an sich, ein schönes altes Gebäude."

Auch wenn Wurm der Abschied aus Siegburg nicht leicht gefallen ist. Nicht nach den gut zehn Jahren seit 2000; mit Unterbrechungen am Landgericht Bonn von Januar 2007 bis März 2008 und am Oberlandesgericht Köln von April 2008 bis Sommer 2010.

In Siegburg hat sie ihre Arbeit als Richterin begonnen, war zuletzt stellvertretende Direktorin und zuständig für Jugendsachen. Ein Traumberuf über Umwege, denn ursprünglich, so erzählt Sylvia Wurm, habe sie Journalistin werden wollen. Während des Jura-Studiums in Bonn von 1989 bis 1994, vor allem aber während des Referendariats, habe sie mehr und mehr Gefallen an der Arbeit bei Gericht gefunden. Womit sie sogar die Familientradition des Vaters und des Großvaters fortsetze.

Und in ihrer Freizeit? Darf es gern mal etwas lauter werden als im Gerichtssaal: zum Beispiel bei Konzerten der AC/DC-Tributeband "Dirty Deeds" in der Bonner Musikkneipe Harmonie.